Positionspapier Forderung nach Gesundheitsausschuss im Europäischen Parlament

Quelle: Pressemitteilung BV-Med 2 min Lesedauer

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Um den Medizintechnik-Standort Deutschland weiter zu stärken, fordert der Bundesverband Medizintechnologie einen eigenen Gesundheitsausschuss im EU Parlament. In seinem Positionspapier zur Europawahl 2024 macht sich der Verband stark für lokale Produktion und die Stärkung der Resilienz des Gesundheitssystems.

„Wir brauchen als Medtech-Branche v. a. einen einheitlichen regulatorischen Rahmen – ohne zusätzliche oder gar weitergehende Standards in den einzelnen Mitgliedsstaaten“, sagt BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.(Bild:  BV-Med)
„Wir brauchen als Medtech-Branche v. a. einen einheitlichen regulatorischen Rahmen – ohne zusätzliche oder gar weitergehende Standards in den einzelnen Mitgliedsstaaten“, sagt BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.
(Bild: BV-Med)

Zur Europawahl am 09. Juni 2024 hat der Bundesverband Medizintechnologie (BV-Med) ein Positionspaper verfasst. Darin fordert der BV-Med attraktive Rahmenbedingungen für lokale Produktion und die Stärkung der Resilienz der Lieferketten. Eine „digitale Bestandsplattform für versorgungskritische Medizinprodukte und Arzneimittel“ könne zudem dazu beitragen, dass kritische Produkte uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Sinnvoll sei auch eine „Whitelist für kritische Rohstoffe unter dem Critical Raw Materials Act“. Bei der Erarbeitung von politischen Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz und Integrität von Lieferketten müssen alle relevanten Stakeholder einbezogen werden – „inklusive der Medizintechnikbranche“, heißt es im BV-Med-Europapapier.

Übergangsfristen für nachhaltigkeitsbezogene Regulierungen

Beim Thema Nachhaltigkeit spricht sich der Medtech-Verband dafür aus, die Vorgaben des europäischen Green Deals am Wohl der Patienten auszurichten. „Neue oder geänderte Regulierungen dürfen niemals die Versorgung von Patienten gefährden“, heißt es im Positionspapier. Da Produktänderungen zeit- und ressourcenintensiv sowie in der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) streng reguliert seien, benötigen umwelt- und nachhaltigkeitsbezogene Regulierungen, die Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung haben, angemessene Ausnahmeregelungen und Übergangsfristen.

MDR anpassen und verbessern

Ein wichtiges Anliegen sind dem BV-Med die Verbesserungen der MDR, um einen effizienten regulatorischen Rahmen für Medizinprodukte zu schaffen, der die Patientenversorgung gewährleistet. Die bekannten Forderungen des BV-Med hierzu sind u, a. die Abschaffung der fünfjährigen Re-Zertifizierungs-Pflicht, die Einführung eines Fast-Track-Verfahrens für innovative Produkte, Orphan Devices und Nischenprodukte, die Steigerung der Effizienz, der Transparenz und der Berechenbarkeit des MDR-Systems sowie die Zusammenführung der Verantwortung im System über eine zu schaffende Governance-Struktur. Doppelregulierungen müssten durch die Harmonisierung der Anforderungen in verschiedenen Rechtsakten verhindert werden.

Digitalisierung beschleunigen

Ein weiterer Schwerpunkt der Positionen des deutschen Medtech-Verbandes ist es, Innovationen voranzutreiben und Digitalisierung zu forcieren. Der Europäische Raum für Gesundheitsdaten (EHDS) lege die Grundlage für den Datenaustausch und die Datennutzung für Unternehmen. Der Artificial Intelligence Act (AI-Act) solle bessere Möglichkeiten für die KI-Entwicklung schaffen, bringe aber auch neue Pflichten für Medizinprodukte mit sich, die effizient mit der bestehenden MDR in Einklang gebracht werden müssten.

Der BV-Med spricht sich für die Schaffung eines echten Binnenmarkts für digitale Gesundheitslösungen mit europaweiten Zulassungen und einheitlichen Standards für Datensicherheit aus. Der EHDS müsse allen Stakeholdern einen gleichberechtigten Datenzugang mit geringem bürokratischem Aufwand bieten. Außerdem müsste die Interoperabilität von Daten auf der Grundlage von international anerkannten Standards ausgebaut werden – „bei weitgehendem Verzicht auf nationale Besonderheiten bei Datenstandards“.

Handel ausbauen, Fachkräfte sichern, Exporte stärken

Schließlich sei es auf europäischer Ebene wichtig, Handel auszubauen, Fachkräfte zu sichern und Exporte zu stärken. Tendenzen der Renationalisierung und des Protektionismus erschwerten Europa die Handelsbeziehungen mit Drittstaaten und sorgen für erhebliche Marktzugangshürden. „Eine offene Handelspolitik ist jedoch für die exportstarke Medizintechnik-Branche ein entscheidender Faktor. Damit die Industrie so stark bleibt, bedarf es zudem der Sicherung des nötigen Fachkräftebedarfes“, heißt es in dem Papier.

Der Artikel erschien zuerst auf unserem Schwesterportal DeviceMed.

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