E-Rezept Gerlach fordert Nachbesserungen von Lauterbach

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Die verpflichtende Einführung des E-Rezepts zum Jahresbeginn kann grundsätzlich als Erfolgsstory betitelt werden. Dennoch sind – Stand jetzt – nicht alle Praxisverwaltungssysteme in vollem Umfang kompatibel. Ein Umstand, der aus Sicht der bayerischen Gesundheitsministerin Gerlach nicht hinnehmbar ist.

Die Juristin Judith Gerlach (CSU) steht seit November 2023 an der Spitze des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention.(©  Susie Knoll /  Stimmkreisbüro Judith Gerlach)
Die Juristin Judith Gerlach (CSU) steht seit November 2023 an der Spitze des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention.
(© Susie Knoll / Stimmkreisbüro Judith Gerlach)

Das E-Rezept wurde zum 1. Januar 2024 flächendeckend für die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland eingeführt. Statt des bisherigen Rezepts auf einem rosafarbenen Formular verschreiben Ärzte nun elektronisch Medikamente und signieren diese im Nachgang. Die Einführung war ursprünglich für 2022 geplant, hatte sich jedoch aus technischen Gründen verzögert.

Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat am Montag in München auf rasche Verbesserungen beim E-Rezept gedrängt. Nach einer Videoschalte der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) betonte Gerlach die grundsätzliche Unterstützung für die flächendeckende Einführung des E-Rezepts. Allerdings gebe es Startschwierigkeiten, die auf Konstruktionsfehlern beruhen.

Bayern habe eine Initiative zum E-Rezept eingebracht, die von den Ländern einstimmig angenommen wurde. Damit fordert die Ministerin Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf, das Gesetz zeitnah zu verbessern. Gerlach erklärte, dass Funktionsprobleme bei manchen Praxisverwaltungssystemen zu den Kernproblemen des E-Rezepts gehören. Sie drängte darauf, dass das Bundesgesundheitsministerium die Softwarehersteller gesetzlich verpflichten solle, ihre Produkte rechtzeitig an die Anwendungen der Telematikinfrastruktur anzupassen.

Lauterbachs Kommunikation in der Kritik

Des Weiteren nannte Gerlach weitere Hürden, die den Einsatz des E-Rezepts beeinträchtigen, wie die verzögerte Signatur von E-Rezepten in Praxen. Sie betonte, dass eine echte flächendeckende Einführung nur möglich sei, wenn neben den gesetzlichen auch die privaten Krankenversicherungen das E-Rezept nutzen. Die Ministerin appellierte an die Bundesregierung, dies zeitnah zu ermöglichen, um eine Digitalisierung mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten für die Versicherten zu vermeiden.

Kritik äußerte Gerlach auch bezüglich der Kommunikation seitens des Bundesgesundheitsministers Lauterbach. Bayern hatte frühzeitig eine Kommunikationskampagne vorgeschlagen, um den Menschen die Neuerungen und den Nutzen des E-Rezepts zu erklären. Diese wurde jedoch bisher vernachlässigt und sollte laut Gerlach driingend vom Bund nachgeholt werden.

Gerlach betonte, dass das E-Rezept ein Meilenstein für die Digitalisierung im Gesundheitswesen sei. Bayern begleite die Einführung mit einem regionalen Projekt, das sowohl die Kommunikation als auch die Umsetzung in den Praxen unterstützt. Sie unterstrich die Wichtigkeit, dass Minister Lauterbach die offensichtlichen Schwächen des E-Rezepts rasch angehe.

Zusätzlich brachte Bayern eine Forderung nach einer stärkeren Regulierung von investorengetragenen medizinischen Versorgungszentren (iMVZ) in die Gesundheitsministerkonferenz ein. Gerlach erklärte, dass es im Sinne der Patientinnen und Patienten effektive Regulierungsmaßnahmen brauche, insbesondere für eine starke ambulante Versorgung im ländlichen Raum. Bayern habe gemeinsam mit anderen Ländern im Juni 2023 erfolgreich einen Antrag zur Schaffung eines MVZ-Regulierungsgesetzes in den Bundesrat eingebracht, der konkrete Maßnahmen vorsieht. Gerlach drängte erneut darauf, diese Maßnahmen zeitnah umzusetzen.

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