Deutschland-Pakt

Holetschek spricht Klartext und fordert Hilfsmittel

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Krankenhäuser sind die Post-Corona-Verlierer

Professor Achim Jockwig vom Klinikum Nürnberg stellte die dramatische Lage von Krankenhäusern in den Vordergrund: „Die Einnahmen sinken aufgrund der zu geringen Steigerung des Landesbasisfallwertes und einer teilweise immer noch eingeschränkten Leistungsfähigkeit, während gleichzeitig die Personal- und Sachkosten in deutlich höherem Ausmaß gestiegen sind. Aufgrund von Einschränkungen in der nachgelagerten Versorgung, stehen die akutstationären Kapazitäten der Krankenhäuser nicht in ausreichendem Maße für neue Patientinnen und Patienten zur Verfügung.“ Darüber hinaus würden Faktoren, wie etwa bürokratische Hürden und veraltete regulatorische Vorgaben, einen hocheffizienten Betrieb der Institutionen im Gesundheitswesen behindern.

Die Krankenhäuser seien somit die Post-Corona-Verlierer, nachdem sie in den Hochphasen der Pandemie über ihre Leistungsgrenzen hinaus für Patientinnen und Patienten gesorgt hätten, ist sich Professor Jockwig, der Teil einer Beratungskomission des Bayerischen Gesundheitsministers Holetschek ist, sicher.

„Ohne zusätzliche Maßnahmen in der Übergangsphase bis zur Strukturreform werden weitere Krankenhäuser die Versorgung einstellen und schließen müssen, was bei fehlender Steuerung und Begleitung zu erheblichen Einschnitten in der Versorgung der Bevölkerung führen kann“, so Jockwig.

In seinen Augen müsste eine temporäre Erhöhung der Landesbasisfallwerte dringend erfolgen – und zwar solange bis die geplanten strukturellen Änderungen geordnet umgesetzt werden können.

„Die Abwärtsspirale der stets sinkenden Finanzierung des Gesundheitswesens muss endlich wieder gestoppt und auf ein stabiles Niveau gebracht werden.“

„Mein Wunsch an Bundesgesundheitsminister Lauterbach“

Ähnliche Töne stimmt auch Prof. Stephanie Combs vom Münchener Klinikum rechts der Isar an. Die Dekanin der medizinischen Fakultät der technischen Universität München sehnt sich nach einer geregelten Finanzierung des Gesundheitswesens in Deutschland. Man sei – international betrachtet – absolut wettbewerbsfähig und in manchen Gebieten sogar federführend an Grundlagenforschung beteiligt. Gewisse Diagnosen gehören für die Strahlenmedizinerin jedoch in medizinische Fachzentren. Das stehe „außer Frage“. Um diese Exzellenzzentren allerdings nachhaltig betreiben zu können, bedürfe es zweierlei Dinge. Einerseits eine Entlastung durch weitere Behandlungszentren, die sich auch im ländlichen Raum befinden und im Nachgang auch Rehabilitationsmaßnahmen anbieten können, sowie ein eingespieltes Team aus Ärzteschaft und dem Pflegesektor. Gerade in den vergangenen Jahren sei zu beobachten gewesen, dass vermehrt Pflegefachkräfte entweder den Beruf aufgeben oder zu Zeitarbeitsmodellen wechseln, die planbare Arbeitszeiten und deutlich bessere finanzielle Konditionen bieten.

Professor Combs wünscht sich daher von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach eine geregelte Finanzierung für das deutsche Gesundheitswesen, sodass alle Beteiligten und insbesondere die Patientinnen und Patienten davon profitieren können.

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