E-Rezept Mangelnde Patientenversorgung mit dem E-Rezept

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

Ausfälle der Telematikinfrastruktur (TI) sorgen zunehmend für Unzufriedenheit. Das Aktionsbündnis Patientenversorgung fordert entweder eine sofortige und dauerhafte Behebung der Probleme oder einen kurzfristigen Umstieg zurück zum Papierrezept. Denn die andauernden Ausfälle des E-Rezepts gefährdeten die Versorgungssicherheit von Patienten.

Das Aktionsbündnis Patientenversorgung fordert eine Rückkehr zum Papierrezept, wenn das Gesundheitsministerium nicht einschreitet. (© StockPhotoPro – stock.adobe.com)
Das Aktionsbündnis Patientenversorgung fordert eine Rückkehr zum Papierrezept, wenn das Gesundheitsministerium nicht einschreitet.
(© StockPhotoPro – stock.adobe.com)

Aufgrund der vielen Ausfälle beim E-Rezept sind Apotheken, aber auch Ärzte unzufrieden: Immer wieder fallen die Systeme der Telematikinfrastruktur aus, E-Rezepte lassen sich nicht unterschreiben oder Versichertenkarten nicht lesen. Da die Probleme immer wiederkehren, so zuletzt auch am Montagmorgen des 18. März und seitens des Gesundheitsministeriums keine Reaktionen ersichtlich werden, drängt das Aktionsbündnis Patientenversorgung auf eine zeitliche Rückkehr zum Papierrezept.

Die Leistungserbringer sind der Auffassung, dass das E-Rezept einfach noch nicht marktreif sei. Deshalb wendet sich das Bündnis aus Apothekern, Haus- und Zahnärzten und medizinischen Fachberufen direkt an Bundeskanzler Scholz: „Herr Bundeskanzler, nutzen Sie Ihre Richtlinien-Kompetenz und stoppen Sie das Experiment E-Rezept, bis dieses unfertige IT-Produkt fehler- und unterbrechungsfrei funktioniert. Das sind Sie den Bürgerinnen und Bürgern schuldig.“

Mit dem Argument „Digitalisierung muss entlasten und darf nicht belasten“ will das Bündnis auf die mangelnde Patientenversorgung aufmerksam machen. Denn mit massiven Beeinträchtigungen, die mit der fehlenden Technik zustandekommen, kann die tägliche Patientenversorgung nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet werden – zumal die Ausfälle oft mehrere Stunden anhalten. Das bestätigt auch die Gematik in ihrer Pressemitteilung: „Zurzeit kommt es wiederkehrend zu technischen Beeinträchtigungen beim Anbieter medisign. Als Folge kann es sowohl zu Problemen beim Erstellen (in der Praxis) und Einlösen (in der Apotheke) von E-Rezepten kommen. Auswirkungen sind auch auf das Einlesen von Daten der elektronischen Gesundheitskarten sowie das Signieren und Verschlüsseln von KIM- E-Mails möglich. Aktuell treten die Probleme insbesondere in den Morgenstunden zwischen 8 und 9 Uhr auf.“

„So kann und darf es nicht weitergehen!“, teilt das Bündnis weiterhin mit. „Jeder IT-Anwender würde solch ein Produkt von seinem Computer wieder löschen und vom Anbieter sein Geld zurückverlangen. Arztpraxen und Apotheken sind keine Beta-Tester für die Gematik.“

Das Aktionsbündnis Patientenversorgung hat deshalb auch schon den nächsten Schritt angekündigt: Hausärzte und Hausärztinnen in Nordrhein würden ab sofort täglich bis 10 Uhr nur noch Papierrezepte ausstellen. Auch weitere Maßnahmen könnten künftig noch folgen, sollte es nicht zu Verbesserungen kommen.

Das Aktionsbündnis Patientenversorgung

Das Bündnis Patientenversorgung ist ein Zusammenschluss aus dem Apothekerverband Nordrhein, dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband Nordrhein, dem Verband medizinischer Fachberufe und dem freien Verband Deutscher Zahnärzte, mit Sitz in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam als eine Allianz haben sie Ziele verfasst, die die künftige Versorgung von Patienten sicherstellen sollen – diese wollen sie mit Forderungen an die Politik verwirklichen, die folgende fünf Problemlagen klären:
• Stetig sinkende Patientenbetreuungszeiten
• Erhöhter Versorgungs- und Personalbedarf
• Eklatanter Fachkräftemangel
• Ausufernde Bürokratie
• Digitalisierung muss entlasten und darf nicht belasten

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