Versicherte erhalten erstmals eine Stimme Neues Portal für Patientensicherheit gestartet

Von Natalie Ziebolz 2 min Lesedauer

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Ein Meilenstein für die Patientensicherheit: Mit dem Start des Internetportals „Mehr Patientensicherheit“ haben Versicherte erstmals die Möglichkeit, ihre medizinischen Erfahrungen strukturiert und anonym zu teilen, um die Patientensicherheit zu verbessern.

Über ein neues Webportal der Ersatzkassen können Versicherte Berichte über kritische und positive Ereignisse in der medizinischen Versorgung abgeben.(Bild:  VectorMine – stock.adobe.com)
Über ein neues Webportal der Ersatzkassen können Versicherte Berichte über kritische und positive Ereignisse in der medizinischen Versorgung abgeben.
(Bild: VectorMine – stock.adobe.com)

Ob in Krankenhäusern, bei ambulanten Behandlungen oder in Pflegeeinrichtungen – meist verläuft die Versorgung reibungslos. Doch manchmal kommt es zu kritischen Ereignissen oder vermeidbaren Fehlern. Diese reichen von Medikamentenverwechslungen bis zu unbeabsichtigten Operationsspuren.

Damit aus diesen Erfahrungen alle Beteiligten im Gesundheitswesen profitieren können, haben der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) sowie seine Mitgliedskassen – TK, Barmer, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK – das zweijährige Pilotprojekt „Mehr Patientensicherheit“ gestartet. Dahinter steckt ein Webportal (mehr-patientensicherheit.de), worüber es Versicherten verschiedener Kassenarten erstmals ermöglicht wird, ihre Erfahrungen in der medizinischen Versorgung anonym und strukturiert zu teilen. Ziel ist es, aus diesen Berichten zu lernen und die Patientensicherheit zu verbessern.

„Mit dem Portal ‚Mehr Patientensicherheit‘ wollen wir die Erfahrungen der Versicherten in den Mittelpunkt rücken, denn sie sind oft die einzigen, die den Behandlungsprozess von Anfang bis Ende erleben“, erklärte die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner diesbezüglich. „Ihr Wissen kann uns einen großen Schritt weiterbringen, vermeidbare Fehler zu erkennen und die Versorgung so weiterzuentwickeln, dass sie nicht mehr passieren.“

Analyse und Veröffentlichung der Berichte

Die Website basiert auf dem international anerkannten Modell „CIRS“ (Critical Incident Reporting System), das bereits im Krankenhausbereich genutzt wird. Die eingehenden Berichte werden von Experten der Deutschen Gesellschaft für Patientensicherheit sorgfältig analysiert und anonymisiert veröffentlicht. Zusätzlich werden Handlungsempfehlungen und Maßnahmen wie der „Tipp des Monats“ oder der „Fall des Monats“ abgeleitet. Auch wichtige Einrichtungen im Gesundheitswesen – etwa der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und die Bundesärztekammer – sollen über die Ergebnisse informiert werden, um wertvolle Impulse zur Verbesserung der Versorgung zu erhalten.

„Patientinnen und Patienten wünschen sich eine aktivere Rolle bei dem so wichtigen Thema Patientensicherheit. Mehr als zwei Drittel antworten auf die Frage, ob sie zur eigenen Sicherheit in der Praxis oder im Krankenhaus beitragen können, mit ja. Deshalb freue ich mich, dass mit ‚Mehr Patientensicherheit‘ nun endlich ein patientenorientiertes CIRS aufgebaut wird“, so Stefan Schwartze, MdB, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten. Die Patientenperspektive sei wertvoll, um systembedingte Fehlerrisiken zu erkennen und abzubauen, ist er überzeugt.

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