Umfrage Pflegeeinrichtungen in Zeitnot bei der Anbindung an die TI

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Bis zum Sommer haben Pflegeeinrichtungen in Deutschland noch Zeit, sich an die TI anzuschließen. Laut einer aktuellen Umfrage des bvitg besteht allerdings noch Aufholbedarf bis zur Frist.

Pflegeeinrichtungen hinken hinterher: Schaffen sie den TI-Anschluss bis Juli 2025?(© MQ-Illustrations – stock.adobe.com)
Pflegeeinrichtungen hinken hinterher: Schaffen sie den TI-Anschluss bis Juli 2025?
(© MQ-Illustrations – stock.adobe.com)

Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen in Deutschland müssen bis zum 1. Juli 2025 an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein – bis dahin sind es noch wenige Monate. Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) hat zusammen mit der opta data Gruppe und der Unterstützung weiterer Verbände über 324 Pflegeeinrichtungen zum aktuellen Stand befragt.

Danach gaben über 90 Prozent (280 von 306) der Pflegeeinrichtungen an, dass sie über die verpflichtende Anbindung an die TI informiert sind. Nichtsdestotrotz haben fast 12.000 Einrichtungen die SMC-B zwar beantragt, aber noch nicht erhalten. Die SMC-B (Security Module Card - Betriebsstätte) ist jedoch nötig, da sie in Form einer elektronische Ausweiskarte den Zugang zur TI erst ermöglicht.

Noch geringer fallen die Zahlen beim E-Mail-Dienst KIM aus: Etwa 2.000 KIM-Adressen seien bisher vergeben worden. Das heißt, dass in weniger als vier Monaten noch 27.000 Pflegeeinrichtungen eine SMC-B beantragen und noch über 34.000 Einrichtungen an den KIM-Fachdienst angeschlossen werden müssen.

Über 80 Prozent der betroffenen Pflegeeinrichtungen teilten mit, dass ihnen vor allem Schulungen, Anleitungen und der Service zur entsprechenden Anbindung an die TI fehlen. Bvitg-Geschäftsführerin Melanie Wendling hielt fest: „Die Umfrage hat unseren Eindruck bestätigt, dass die Anbindung der Pflege an die Telematikinfrastruktur nicht mit-, sondern nebenhergedacht wird. Bei den Herausforderungen, die Pflegeeinrichtungen momentan zu stemmen haben, nicht verwunderlich.“ Weiter sagte sie, dass die Einrichtungen dringend besser informiert und auch praktisch in der Umsetzung unterstützt werden müssten. Zwar seien die Kampagnen der Verbände gelungen, in denen sie ihre Einrichtungen rechtzeitig informieren, aber in der Praxis sieht es doch anders aus.

Wolfgang Voßkamp, Leiter der Geschäftsstelle Ost im Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad e. V.), erklärte: „Das größte Hindernis für die Einrichtungen, sich anschließen zu lassen, ist die andauernde Unzuverlässigkeit. Bisher ist nicht eine einzige Umsetzung der Fachdienste fristgerecht umgesetzt worden.“ In der täglichen Beratung sei deutlich geworden, dass niemand an die vorgegebenen Start-Daten glaube und sich der größte Teil der Einrichtungen deswegen nicht traue, Investitionen vorzunehmen. „Der bad e. V. hatte schon 2024 vorgeschlagen, alle Termine so weit zu verschieben, dass sie dann sicher eingehalten werden können. Die Wahrscheinlichkeit, dass bis zum 1. Juli 2025 alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen an die TI angeschlossen sein werden, ist illusorisch“, sagte er.

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