Digital-Health-Projekt in Sachsen-Anhalt Pflegeroboter statt Braunkohlebagger

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Mit einem groß angelegten Forschungsprojekt will man im südlichen Sachsen-Anhalt „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen": eine zukunftsfähige, digital vernetzte Gesundheitsregion aufbauen und mit einem Digital-Health-Innovationsökosystem den Strukturwandel im Kohlerevier gestalten.

Übergabe des Förderbescheids für das Forschungsprojekt „Innovationsregion für die digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung“ (TPG)  im Februar 2025.(© Universitätsmedizin Halle)
Übergabe des Förderbescheids für das Forschungsprojekt „Innovationsregion für die digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung“ (TPG) im Februar 2025.
(© Universitätsmedizin Halle)

Das Mitteldeutsche Revier in Sachsen-Anhalt war über 150 Jahre vom Braunkohlebergbau geprägt; mit dem geplanten Ausstieg aus der Kohleverstromung steht nun der Strukturwandel an. Einen Wandel braucht es parallel dazu auch in der Pflege und Gesundheitsversorgung – dringender noch als in anderen Regionen, denn der Anteil der über 65-Jährigen in Sachsen-Anhalt liegt mit bis zu 32 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Mit einem Forschungsprojekt sollen nun beide Transformationsprozesse verknüpft werden, um das Kohlerevier zu einer Modellregion für eine zukunftsweisende Gesundheit umzugestalten. Das Projekt „Innovationsregion für die digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung“ (TPG) an der Universität Halle wird bis 2033 mit rund 140 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es sei das bislang größte Forschungsprojekt an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und eines der größten im Bereich der Versorgungsforschung in Deutschland, so Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der MLU. Die wissenschaftliche Leitung des Vorhabens übernimmt Prof. Dr. Patrick Jahn von der Universitätsmedizin Halle.

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Während der Laufzeit der TPG sind etwa 85 Einzelprojekte in folgenden Forschungsfeldern geplant:

  • Erhalt von Autonomie und Prävention von Pflegebedürftigkeit,
  • Intersektorale Versorgungsmodelle,
  • Teilhabeförderung und Automatisierung,
  • KI-unterstützte Entscheidungshilfen und
  • Digital-Health-Education.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne sprach im Rahmen der Auftaktveranstaltung von einem „Leuchtturm für die digitale Transformation der Pflege und Gesundheitsversorgung, dessen Ziel in der Verbesserung der regionalen Gesundheitsversorgung und der Entlastung der pflegenden Angehörigen besteht.“

Die neuen innovativen Ansätze und Technologien wie KI-gestützte Systeme und assistierende Pflegeroboter kämen direkt bei den Menschen vor Ort an, unterstreicht auch Dr. Karl Eugen Huthmacher, Staatssekretär im BMBF, und sie sorgten für „langfristige, verlässliche Versorgungssicherheit“. Im Rahmen des TPG-Vorhabens werde erstmalig in Deutschland ein interdisziplinäres Innovationsökosystem im Bereich Digital Health etabliert, verdeutlicht Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär für Strukturwandel Sachsen-Anhalts, „ein Projekt, das Unterstützungssysteme ‚Made in Germany‘ entlang der Versorgungskette entwickelt und in die Praxis transferiert“.

Die TPG soll die Gründung und Ansiedlung innovativer Start-ups und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze für hochqualifizierte Fachkräfte im Bereich Digital Health in Halle und den südlichen Landkreisen Sachsen-Anhalts fördern. Dabei verfolgen die Landkreise jeweils eigene Schwerpunkte:

  • Anhalt-Bitterfeld: Personalisierte Pflege und Internet-of-Care-Things (IoCT),
  • Burgenlandkreis: XR-Metaverse Pflege,
  • Halle & Saalekreis: Digitale assistive Technologien & Robotik,
  • Mansfeld-Südharz: Telepflege.

„Hinter dem Kürzel TPG verbirgt sich ein Leuchtturmprojekt der Strukturwandelregion, das zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt“, kommentiert Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Prof. Dr. Armin Willingmann: Einerseits stellten sich Gesundheitsversorgung und Pflege für die Menschen im Mitteldeutschen Revier zukunftssicher auf, andererseits böten innovative digitale Anwendungen auch enorme Wachstumspotenziale für heimische Unternehmen.

Prof. Dr. Patrick Jahn skizziert das Vorhaben: „Mit der TPG entwickeln wir das südliche Sachsen-Anhalt zu einer Innovationsregion, die den Strukturwandel mit wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Innovationen im Bereich Digital Health gestaltet."

Weitere Informationen zum TPG-Projekt

Noch bis 30. April läuft die erste Antragsrunde. Informationen finden Sie auf der TPG-Projektwebsite.

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