Nationaler Fachkongress Telemedizin Telemedizinpreis 2024 vergeben

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Entlastung für krebskranke Kinder, 24h-Blutdruckmessung per Wearable und mobile medizinische Ersteinschätzung: Die Gewinner-Projekte des diesjährigen Telemedizinpreises der DGTelemed zeigen, welches Potenzial in der Telemedizin steckt.

Die Gewinner des Telemedizinpreises 2024 wurden beim Nationalen Fachkongress Telemedizin in Berlin ausgezeichnet. (© DGTelemed)
Die Gewinner des Telemedizinpreises 2024 wurden beim Nationalen Fachkongress Telemedizin in Berlin ausgezeichnet.
(© DGTelemed)

Das Live-Votum für die Gewinner des Telemedizinpreises ist fester Bestandteil des Nationalen Fachkongresses Telemedizin. Mit dem Preis ehrt die Deutschen Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) jedes Jahr Institutionen, Personen oder Projekte, die sich in besonderem Maße in der Telemedizin verdient gemacht haben.

Das sind die Gewinner des Telemedizinpreises 2024

Platz 1 belegte das Projekt „Kinderonkologische Untersuchung durch leistungsfähige Telemedizin in Schleswig-Holstein (KULT-SH)“, das Kinder und deren Familien entlasten will: Während einer Chemotherapie sind die jungen Patienten besonders anfällig für Infektionen, sie müssen engmaschig untersucht werden, um Ansteckungen rechtzeitig zu erkennen. Für die Kinder und deren Familien bedeutet das oft lange Fahrten zum jeweiligen kinderonkologischen Zentrum, verbunden mit Wartezeiten. Im Projekt KULT-SH erprobt die Universitätsklinik Schleswig-Holstein nun den teilweisen Ersatz dieser Vor-Ort-Visiten durch eine telemedizinische Betreuung. Dabei werden Vitalparameter wie Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck, Körpertemperatur und Sauerstoffsättigung im Blut mit kleinen Messgeräten zuhause erhoben und digital an die projekteigene KULT-SH-App übertragen. Per Videokonferenz kann der behandelnde Arzt oder die Ärztin sich auch den nötigen Gesamteindruck verschaffen.

Die Studie wird vom Innovationsfonds des G-BA gefördert und soll zeigen, ob sich mit diesem Ansatz Infektionen und in deren Folge auch Krankenhausaufenthalte verringern oder sogar vermeiden lassen. Weiterhin wird die Akzeptanz telemedizinischer Ansätze bei Patientinnen und Patienten und deren Eltern untersucht. Bis jetzt konnten insgesamt Wegstrecken von 40.000 km eingespart werden, so Projektleiter Prof. Dr. Dr. Fabian-Simon Frielitz, Projektleiter Evaluation bei KULT-SH.

Platz 2 erreichte die biopeak GmbH mit ihrer Cloud-basierten Lösung zur 24-Stunden-Blutdruckmessung. Statt der üblichen Manschette wird dabei ein Wearable – Uhr oder Brustpatch – verwendet, das wichtige Daten kontinuierlich erfasst und nach 24 Stunden automatisch an eine Arztpraxis übermittelt.

Auf Platz 3 kam das Projekt „Der digitale Gesundheitslose“ des Universitätsklinikums Halle: Betroffene sind bei Schmerzen oder anderen Symptomen oft unsicher, ob es sich um einen Notfall handelt oder der Arztbesuch am nächsten Werktag ausreichend ist. In dem Projekt kommt die in der Schweiz entwickelte Software SMASS (Structured Medical Assessment System) zum Einsatz. Patientinnen und Patienten können damit ihre Symptome in eine Webanwendung eingeben und erhalten eine Ersteinschätzung und Empfehlungen, was zu tun ist. Wenn der Besuch einer Notaufnahme empfohlen wird, erhält das medizinische Personal vor Ort auch vorab schon Informationen zu den Symptomen.

Für den jährlich vergebenen Telemedizinpreis der DGTelemed können sich Institutionen oder Personen aus Medizin oder Wissenschaft, Personen oder Projektgruppen der Wirtschaft, aber auch Verbände und Vereine beteiligen. Eine Jury aus Vorstandsmitgliedern der DGTelemed wählt die Finalisten aus, die ihre Lösungen dann auf dem Kongress in einem Science Slam präsentieren. Über die Gewinner entscheiden die Kongressteilnehmer per Live-Votum.

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