Logopädie Versorgungsengpässen mit KI entgegentreten

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Die Kombination aus Fachkräftemangel und demographischen Wandel hat große Auswirkungen auf den therapeutischen Bereich. Im Rahmen einer Abschlussarbeit der Uni Bochum wurden die Einsatzmöglichkeiten von KI in der Logopädie beleuchtet.

Die Logopädie kann Studien zufolge besonders durch unterstützende Softwareangebote profitieren.(©  peterschreiber.media – stock.adobe.com)
Die Logopädie kann Studien zufolge besonders durch unterstützende Softwareangebote profitieren.
(© peterschreiber.media – stock.adobe.com)

Technische Innovationen im Healthcare-Sektor stehen bei ihrer Einführung oftmals vor dem Problem, dass sie zu sehr auf technische Aspekte und die generelle Machbarkeit und weniger auf die Nutznießer, die Patientinnen und Patienten, ausgelegt sind. Im Feld der Logopädie, in welchem der direkte und hochfrequente Patientenkontakt unumgänglich ist, müssen daher andere Herangehensweisen Gültigkeit haben. Das Verbundprojekt HUMAINE – das steht für ‚human centered AI network‘ – stellt die Anwenderinnen und Anwender in den Mittelpunkt. Denn: Smarte Technologien wie Apps, KI und Teletherapie-Tools würden zwar entstehen, im Nachgang aber meist nicht den Weg in die Routinepraxis finden, betont Professor Dr. Kerstin Bilda von der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum.

Oft scheitere die Integration smarter Technologien an den jeweiligen Implementierungsstrategien. Das Ziel von HUMAINE sei, dass verhindert werden solle, dass die Innovationen im Forschungskontext verbleiben. Seit April 2021 beschäftigt sich das Forschungsteam der HS Gesundheit in Kooperation mit HUMAINE mit den patientenzentrierten Bedarfsfällen innerhalb der Logopädie, um in langer Instanz smarte Tools in die logopädische Alltagspraxis zu überführen. Mit Partnern des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) wurde darüber hinaus eine sozio-technische Workflow-Analyse durchgeführt. Diese hatte den Zweck, einen direkten Blick in die logopädische Praxis werfen und Prozesse identifizieren zu können, die durch digitale Tools nachhaltig entlastet werden können. Eine weitere Kooperation mit dem Institut für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie (AOW) nutzten die Wissenschaftler, um identitätsstiftende Tätigkeiten der Logopädie zu definieren, die bei einem Roll-Out von KI-basierten Anwendungen zu berücksichtigen sind. Schlussendlich wurde eine einjährige Machbarkeitsstudie designt, welche den Einsatz eines KI-basierten Tools in ein stationäres, logopädisches Setting nach sich zog.

Konkret geht es um den Einsatz der App ISi-Speech „Sprechen“ der Firma Speech Care. Diese ermöglicht Patienten, die an Parkinson leiden, ihre Sprachfertigkeit – in individuellem Tempo und ortsunabhängig – wiederzuerlangen.

Die Studie, welche zwischen November 2022 und November 2023 stattfand, stellte in den Augen der Wissenschaftler einen Erfolg auf ganzer Linie dar. Insbesondere die hohe Akzeptanz von KI-basierter Technologie in der Therapie von Patienten mit Morbus Parkinson hatte die Forscherinnen und Forscher überrascht. Weitere Behandlungsfelder innerhalb der Logopädie sollen aufgrund des Studienerfolgs zeitnah erschlossen werden, heißt es aus den Reihen der Bochumer Wissenschaftler.

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