IT-Sicherheit Vertrauen durch sichere Kommunikation stärken

Ein Gastbeitrag von Martin Suter 3 min Lesedauer

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Dort, wo sensible Gesundheitsdaten verarbeitet werden, ist Vertrauen keine Kür, sondern Pflicht – technisch, rechtlich und menschlich. Angesichts des digitalen Wandels stellt sich aber die Frage: Wie lassen sich Datenschutz, Effizienz und Patientenorientierung unter einen Hut bringen?

Sichere digitale Kommunikation ist eine der wichtigsten Grundlagen für das Vertrauen in digitale Gesundheitsleistungen.(Bild: ©  Vesclard - stock.adobe.com)
Sichere digitale Kommunikation ist eine der wichtigsten Grundlagen für das Vertrauen in digitale Gesundheitsleistungen.
(Bild: © Vesclard - stock.adobe.com)

Ob in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder bei Krankenkassen – die Prozesse sind häufig historisch gewachsen, stark reguliert und technisch veraltet. Umso wichtiger ist ein systematischer Ansatz, der Vertrauen in digitale Kommunikation nicht nur ermöglicht, sondern aktiv schafft.

Die Grundlage dafür bilden drei zentrale Säulen: eine sichere technologische Infrastruktur, verbindliche und zukunftsorientierte Richtlinien sowie eine gelebte Sicherheitskultur im Umgang mit sensiblen Daten.

Infrastruktur: Sicherheit beginnt im Fundament

Für Kliniken, Krankenkassen und andere Gesundheitseinrichtungen ist der Schutz personenbezogener Daten gesetzlich vorgeschrieben, etwa durch die DSGVO, das Patientendatenschutzgesetz oder branchenspezifische Anforderungen wie die IT-Sicherheitsrichtlinie der KBV. Der Anspruch: sensible Daten sicher erfassen, verarbeiten und übermitteln, ohne Medienbrüche, ohne Risiken.

Das gelingt nur, wenn die technische Grundlage stimmt, etwa durch:

  • Moderne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung,
  • Zugriffsschutz mittels rollenbasierter Berechtigungen,
  • den Einsatz zertifizierter Rechenzentren (z. B. nach ISO 27001 oder SOC 2),
  • durchgängiges Monitoring, Protokollierung sowie ein verlässliches Notfallmanagement und
  • nicht zuletzt durch eine digitale Plattform, die von Beginn an mit Blick auf Sicherheit konzipiert wurde.

Denn eine Patienten-App oder ein digitales Formular ist nur so sicher wie das System, das dahintersteht. Deshalb müssen Datenschutz und Datensicherheit von Anfang an in die Entwicklungs- und Betriebsprozesse integriert sein, und zwar kontinuierlich, nicht einmalig.

Richtlinien: Compliance als strategischer Vorteil

Im Gesundheitswesen wird die Einhaltung regulatorischer Vorgaben zurecht streng kontrolliert. Wer jedoch Datenschutz, Barrierefreiheit und Patientenrechte nur als Hürde begreift, lässt viel Potenzial ungenutzt. Richtig gedacht, sind sie Katalysatoren für Qualität und Vertrauen.

Ein Beispiel: Digitale Barrierefreiheit. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) rückt dieses Thema in den Fokus und betrifft etwa Online-Formulare, Patientenportale oder Terminvereinbarungssysteme. Barrierefreiheit ist damit kein Add-on mehr, sondern Pflicht.

Für IT-Abteilungen bedeutet das:

  • den Einsatz flexibler Plattformen mit zentralem Content-Management
  • einfache Anpassbarkeit an gesetzliche Änderungen,
  • automatische Formatierungen wie etwa Kontrastanpassung oder variable Schriftgrößen sowie
  • Screenreader-Kompatibilität und medienübergreifende Lesbarkeit.

Veraltete Systeme und manuelle Prozesse können diese Anforderungen kaum abbilden und werden damit schnell zum Risiko. Moderne Cloud-Lösungen mit offenen Schnittstellen (APIs) bieten dagegen genau die Flexibilität, die nötig ist, um sowohl Compliance als auch Patientenfreundlichkeit sicherzustellen.

Kultur: Sicherheit lebt von Bewusstsein

Technologie allein schafft noch keine Sicherheit. Gerade im Gesundheitswesen, wo täglich sensible Daten verarbeitet werden, ist der Mensch oft das entscheidende Glied in der Sicherheitskette. Phishing, Social Engineering oder versehentliche Datenlecks entstehen meist durch Unachtsamkeit, nicht durch technische Schwachstellen.

Deshalb braucht es mehr als Firewalls, nämlich:

  • Regelmäßige Awareness-Schulungen für alle Berufsgruppen,
  • klare, gelebte Richtlinien im Umgang mit Patientendaten,
  • Dialogformate, die Sicherheitsfragen auf Augenhöhe diskutieren,
  • und Notfallpläne für den Ernstfall.

Vertrauen entsteht, wenn Mitarbeitende befähigt werden, Risiken zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und auch bei Unsicherheit die richtigen Fragen zu stellen. Eine Sicherheitskultur kann nicht verordnet werden, sie muss entwickelt und getragen werden.

Vertrauen ist keine Zusatzleistung, sondern Systemleistung

Wer im Gesundheitswesen auf sichere, digitale Kommunikation setzt, investiert nicht nur in Technologie, sondern in die Zukunft der Versorgung. Vertrauen entsteht dort, wo Technik, Compliance und Kultur zusammenspielen, ob bei der digitalen Patientenaufnahme, bei Formularprozessen oder im Kontakt mit Krankenkassen.

Vor dem Hintergrund des EU AI Acts wird klar: Auch automatisierte, KI-gestützte Kommunikation muss transparent, sicher und nachvollziehbar sein. Das gilt besonders für Branchen, in denen es um Gesundheit und Leben geht.

Gesundheitseinrichtungen, die heute auf sichere, barrierefreie und skalierbare Kommunikation setzen, sind morgen nicht nur konform, sondern einen entscheidenden Schritt voraus: für Patientinnen und Patienten, für Mitarbeitende und für das Gesundheitssystem als Ganzes.

Martin Suter
ist CPO (Chief Product Officer) bei Smart Communications.

Bildquelle: Smart Communications

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