Statements Was bringt die ePA und wie wird sie erfolgreich?

Von Stephan Augsten 3 min Lesedauer

Während die „ePA für alle“ in den drei Modellregionen anläuft, fragen sich viele: Was bringt die elektronische Patientenakte überhaupt? Mögliche Antworten darauf – und auf die Frage, was die ePA erfolgreich machen könnte – haben uns einige Firmenvertreterinnen und -vertreter geliefert.

IT-Dienstleister und -Lösungsanbieter aus dem eHealth-Bereich kommentieren, wo sie den größten Nutzen in der ePA sehen und wie sie erfolgreich wird.(©  M. Doerr & M. Frommherz – stock.adobe.com)
IT-Dienstleister und -Lösungsanbieter aus dem eHealth-Bereich kommentieren, wo sie den größten Nutzen in der ePA sehen und wie sie erfolgreich wird.
(© M. Doerr & M. Frommherz – stock.adobe.com)

Mit Blick auf den Austausch verwertbarer Gesundheitsdaten und auf die Patientensicherheit ist die „ePA für alle“ definitiv ein Hoffnungsträger – sowohl in der Gesundheitspolitik als auch in den entsprechenden Einrichtungen. Doch was meinen eigentlich die Dienstleister und Lösungsanbieter aus dem E-Health-Bereich, wo der größte Nutzen liegt und welche Impulse es braucht, damit die ePA erfolgreich wird?

Dr. med. Patricia Hinske, Chief Clinical Innovation Officer AMBOSS GmbH

Dr. med. Patricia Hinske(©  AMBOSS GmbH)
Dr. med. Patricia Hinske
(© AMBOSS GmbH)

„Den größten Nutzen der ePA sehe ich in der Erhöhung der Patientensicherheit, der Einsparung von Ressourcen und der Steigerung der Effizienz im Gesundheitswesen. Durch den schnellen Zugriff auf vollständige Krankengeschichten können Behandlungs- und Medikationsfehler reduziert werden, was zu einer besseren Versorgung führt. Gleichzeitig spart die ePA wertvolle Ressourcen, indem Doppeluntersuchungen vermieden und Arbeitsabläufe im Klinikalltag beschleunigt werden. Dadurch wird nicht nur das medizinische Personal entlastet, sondern auch die Qualität der Patientenversorgung deutlich verbessert.“

Ricardo Colón, Head of Siilo Germany bei Doctolib

Ricardo Colón(©  Doctolib GmbH)
Ricardo Colón
(© Doctolib GmbH)

„Die ePA hat das Potenzial, die fragmentierte Gesundheitsversorgung grundlegend zu verändern, indem sie die starren Systemgrenzen durchbricht. Der Erfolg steht und fällt jedoch mit der Nutzerfreundlichkeit – sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Leistungserbringer und -erbringerinnen. Nur wenn die ePA im Praxisalltag überzeugt, wird sie die nötige Akzeptanz finden.“

Dirk Wolters, Geschäftsführer der NeTec GmbH

Dirk Wolters(©  NeTec)
Dirk Wolters
(© NeTec)

„Der Wendepunkt kommt nicht durch neue technische Features, sondern durch ein radikal nutzerorientiertes Konzept, das sowohl Ärztinnen und Ärzten als auch Patienten und Patientinnen echte Mehrwerte bietet und Behandlungsprozesse messbar beschleunigt. Nur wenn die ePA als ganzheitliches System verstanden und implementiert wird, kann sie ihr Versprechen von mehr Effizienz und weniger Behandlungsfehlern einlösen.“

Dr. Susanne Saha, Vorsitzende der AG Nachhaltigkeit in der Dermatologie (AGN)

Dr. Susanne Saha(©  AG Nachhaltigkeit in der Dermatologie)
Dr. Susanne Saha
(© AG Nachhaltigkeit in der Dermatologie)

„Der größte Nutzen der ePA liegt aus meiner Sicht in der Verbesserung der Behandlungsqualität durch die umfassende Verfügbarkeit von Patientendaten. Auf diese Weise können z. B. auch Doppeluntersuchungen und -therapien vermieden werden. Damit wird die hoch klimaschädliche Überverordnung reduziert, die bisher den größten Anteil der Treibhausgasemissionen des Gesundheitssektors in Deutschland ausmacht. Die ePA ist daher ein gutes Beispiel für eine Win-Win Situation für Patient und Umwelt. Um erfolgreich zu sein, braucht es eine breit angelegte Kommunikationskampagne, die allen Betroffenen den Nutzen der ePA erklärt und Bedenken ausräumt.“

Jochen Krause, CEO und CPO von Mediform

Jochen Krause(©  Mediform GmbH)
Jochen Krause
(© Mediform GmbH)

„Der größte Nutzen könnte in einer verbesserten Koordination der Versorgung chronisch kranker Patientinnen und Patienten liegen. Dies erfordert eine Fokussierung auf Nutzerfreundlichkeit und Verlässlichkeit – beides Themen, die in der Digitalisierung teilweise erst nach vielen Iterationen oder nach Meinung einiger Marktteilnehmer noch gar nicht erreicht sind.“

Oliver Struckmeier, Geschäftsführer The Medical Network

Oliver Struckmeier(©  The Medical Network)
Oliver Struckmeier
(© The Medical Network)

„Die elektronische Patientenakte ist das bisher ambitionierteste Digitalprojekt im Gesundheitswesen. Sie markiert den Übergang zum selbstbestimmten Patienten. Zum ersten Mal haben Bürgerinnen und Bürger die volle Kontrolle über ihre Gesundheitsdaten und können somit gemeinsam mit Behandlern informierte Entscheidungen treffen. Hierzu müssen sich alle Beteiligten sachlich informieren und dem digitalen Fortschritt öffnen. Wenn wir dies meistern, wird die ePA vieles erleichtern und durch eine ebenso effiziente wie patientenorientierte Versorgung überzeugen.“

Tim Fabian Besser, Geschäftsführer IVARIO

Tim Fabian Besser(©  Tim Fabian Besser)
Tim Fabian Besser
(© Tim Fabian Besser)

„Die ePA birgt enormes Potenzial für medizinische Forschung durch Data Analytics. Davon wird die gesamte Gesundheitsversorgung profitieren, da datenbasierte Analysen zu präziseren Diagnosen und Behandlungsmethoden führen können. Allerdings gibt es derzeit noch einige Herausforderungen: Zum Beispiel liegen viele medizinische Befunde als Fließtext vor, was ihre automatisierte Auswertung erschwert. Um das volle Potenzial zu erschließen, wird es notwendig sein, die Art der Dateneingabe und -strukturierung zu überdenken und anzupassen. Zudem muss das Vertrauen der Bevölkerung in Datenhoheit und Datensicherheit gestärkt werden, damit sie ihre Daten der Forschung zur Verfügung stellt.“

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