Definition Was ist das Disease-Management-Programm (DMP) des G-BA?

Von Casablanca 2 min Lesedauer

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Das Disease-Management-Programm (kurz: DMP) wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) konzeptioniert, um Menschen mit chronischen Erkrankungen eine strukturierte Behandlung über Mediziner und medizinische Einrichtungen hinweg zu ermöglichen.

Das Disease-Management-Programm (DMP) für chronische Krankheiten trägt zu einer strukturierten Behandlung über Einrichtungen hinweg bei.(Bild:  scyther5, Getty Images via Canva.com)
Das Disease-Management-Programm (DMP) für chronische Krankheiten trägt zu einer strukturierten Behandlung über Einrichtungen hinweg bei.
(Bild: scyther5, Getty Images via Canva.com)

Chronische Erkrankungen gehen typischerweise mit einer fortlaufenden Behandlung einher, die sich zugleich über mehrere Fachärzte, medizinische und stationäre Einrichtungen erstrecken kann. Um Medizinern die Behandlung und medizinischen Angestellten die Betreuung der chronisch erkrankten Patienten noch besser zu ermöglichen, wurde das DMP ins Leben gerufen. Selbiges soll die Kommunikation einrichtungsübergreifend ebenso erleichtern, wie dadurch beispielsweise ein geringeres Komplikationsrisiko zu erwarten ist. Des Weiteren reduziert sich entsprechend das Risiko von Folgeschäden. Auch wirtschaftliche Vorteile sind zu erwarten, indem beispielsweise durch die verbesserte Kommunikation nicht notwendige beziehungsweise Doppelbehandlungen vermieden werden.

Welche chronischen Krankheiten werden durch das DMP erfasst?

Der Gemeinsame Bundesausschuss arbeitet fortlaufend an einer Weiterentwicklung bestehender und gänzlich neuer DMPs. Zum aktuellen Zeitpunkt gilt das strukturierte Behandlungsprogramm beispielsweise für chronische Erkrankungen wie Depressionen, COPD, koronare Herzkrankheit, Diabetes vom Typ 1 und 2, Brustkrebs sowie Asthma. Des Weiteren befindet sich aktuell ein neues Programm zur Behandlung von Adipositas in Entwicklung. Osteoporose hat ebenfalls ein eigenes DMP, welches aber noch nicht bundesweit verfügbar gemacht wurde.

Für die fortlaufende Prüfung der DMPs sind neben dem G-BA auch das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) verantwortlich. Die DMPs werden dabei einerseits auf ihre medizinische und wissenschaftliche Aktualität hin evaluiert, ebenso wie die Einhaltung der da verankerten Vorgaben geprüft wird.

Wie erhalten Patienten Zugriff auf die DMPs?

Um einen einfachen Zugriff auf die Vorteile der DMPs zu ermöglichen, werden diese direkt durch die gesetzlichen Krankenkassen angeboten. Diese wiederum sind dafür zuvor Verträge mit medizinischen Einrichtungen und Ärzten eingegangen. Für Patienten bleibt die Teilnahme an solchen DMPs aber weiterhin freiwillig. Entscheiden sich Patienten für eine Einschreibung, ist diese stets kostenlos.

Offiziellen Angaben nach ist die Zahl der Patienten, die sich aktuell in einem DMP befinden, weiterhin sehr hoch. Für das Osteoporose DMP gab es im März 2024 aber lediglich 465 Eingeschriebene. Das liegt unter anderem daran, dass das Programm recht neu und noch nicht bundesweit verfügbar ist. Zum Vergleich: Im DMP für Diabetes mellitus Typ 2 befanden sich 2023 rund 4,5 Millionen Teilnehmer, für das zur koronaren Herzkrankheit rund 1,9 Millionen Teilnehmer und im Programm zu COPD sind etwa 700.000 Eingeschriebene. Zu berücksichtigen ist hierbei außerdem, dass ein Patient Teilnehmer in mehreren DMPs sein kann, sofern er von mehreren chronischen Erkrankungen betroffen ist.

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