Definition Was ist ein KrankenhausInformationssystem (KIS)?

Von andi_dd 3 min Lesedauer

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Der Begriff Krankenhausinformationssystem, kurz KIS, umfasst alle IT-Systeme, die in Kliniken medizinischen und administrativen Funktionen dienen. Sie sind wichtige Komponenten bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens.

(Bild:  scyther5, Getty Images via Canva.com)
(Bild: scyther5, Getty Images via Canva.com)

Die Bezeichnung Krankenhausinformationssystem bezieht sich auf die Gesamtheit der IT-Lösungen, mit denen sich Daten erfassen, verarbeiten und bereitstellen lassen. Hierzu zählen beispielsweise Server und Netzwerke, aber auch Endgeräte wie PCs, Laptops und Tablets, mit denen Verantwortliche sämtliche digitalen Aufgaben bewältigen.

Die grundlegenden Funktionen von KIS

Bei Krankenhausinformationssystemen geht es vornehmlich darum, die Handhabung von Daten zu digitalisieren und automatisieren. Das betrifft neben medizinischen auch administrative Informationen. Ein KIS dient dazu, alle diese Daten von zentraler Stelle zu erfassen und abzurufen, um sie einzusehen und zu verarbeiten. Ein Klinikarzt nimmt zum Beispiel einen Patienten auf und greift im ersten Schritt auf die elektronische Patientenakte (ePA) zu. Anschließend hält er seinen Befund sowie den Behandlungsplan im KIS fest. Behandelnde Ärzte und Pfleger dokumentieren danach sämtliche medizinischen Leistungen, die sie durchführen. Das dient der Dokumentation und später der Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen, privaten Krankenversicherungen und Selbstzahlern. Darüber hinaus stellt das Krankenhausinformationssystem wichtige Daten für die Logistik bereit: Verantwortliche erhalten zum Beispiel Informationen, die sie für die rechtzeitige Materialbestellung benötigen.

Digitalisierung mit KIS: Vorteile im Überblick

Lange Zeit erfolgte die Datenerfassung und Datenbereitstellung vornehmlich in Papierform. Heute übernehmen digitale Lösungen diese Funktion. Das minimiert den Aufwand und erhöht die Effizienz. Zugleich verringert sich die Fehlerquote: Bei KIS ist das Risiko von Übertragungs- und Ablesefehlern gering. IT-Lösungen ermöglichen zudem die Erfassung vieler weiterer Daten, die automatisierte Auswertung dieser Daten und die Integration von Datenquellen wie den elektronischen Patientenakten.

Beim internen und externen Controlling erweisen sich Krankenhausinformationssysteme als wertvolle Hilfe. Verantwortliche erkennen dank statistischer Echtzeit-Auswertung rasch mögliche Probleme und können unmittelbar angemessene Gegenmaßnahmen einleiten. Auch Patienten profitieren. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist eine zentrale Voraussetzung, um die Qualität von Behandlungen zu optimieren. Der Zugriff auf die elektronische Patientenakte erleichtert die Anamnese und verhindert Doppelbehandlungen, die übersichtliche Pflegedokumentation reduziert die Gefahr von vermeidbaren Fehlern.

Mobile Anwendungen und Speicherort

Krankenhausinformationssysteme funktionieren geräteübergreifend. In der Praxis kommt mobilen Endgeräten wie persönlichen digitalen Assistenten (PDAs), Smartphones und Tablets eine große Bedeutung zu. Diese mobilen Geräte erlauben ein ortsunabhängiges Arbeiten in Krankenzimmern und Behandlungsräumen. Entsprechend verfügen KIS über integrierte mHealth-Anwendungen. Zugleich greifen unter anderem Beschäftigte der Administration über PCs auf die Daten zu.

Bei der Speicherung der Daten sind zwei Varianten zu unterscheiden:

  • eigener Server
  • Cloud-Lösung

Viele Kliniken setzen auf eigene Server, diese bedeuten einen zusätzlichen Aufwand. Cloud-Lösungen erweisen sich als weniger wartungsintensiv: Die Anbieter müssen jedoch sicherstellen, dass die Daten sicher und jederzeit verfügbar sind.

KIS und elektronische Patientenakte (ePA)

Die Einführung der elektronischen Patientenakte ist ein Meilenstein des digitalen Gesundheitswesens. Das Potenzial dieser eHealth-Lösungen schöpfen die Akteure aber nur aus, wenn die ePA mit anderen IT-Systemen kompatibel ist. Mitarbeiter in Krankenhäusern greifen bestenfalls über das KIS auf die digitale Gesundheitsakte zu und fügen auf diese Weise auch Einträge hinzu. Wichtig ist, dass die KIS-Hersteller und alle Beteiligten strikt die Bestimmungen des Patientendaten-Schutz-Gesetzes und andere datenschutzrechtliche Vorschriften einhalten.

Datenschutz bei Krankenhausinformationssystemen

Der vergleichsweise strenge Datenschutz in Deutschland und in der EU kann beim Thema eHealth ein Hindernis darstellen. So beklagt der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) zu große Hürden, welche die Funktionalität von KIS einschränken. Auf der anderen Seite verteidigen Datenschutzexperten und Patientenschützer diese Einschränkungen und verweisen auf die Sensibilität dieser Daten und die Missbrauchsgefahr.

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