Wirtschaftliche Analyse WHO empfiehlt Digitalinvestitionen gegen chronische Erkrankungen

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht sich infolge einer Untersuchung für mehr Invesitionen in digitale Gesundheitsangebote aus. Zwei Millionen Todesfälle und sieben Millionen akute Notfälle infolge nichtübertragbarer Leiden wie Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen ließen sich so bis 2033 weltweit vermeiden.

Digitale Angebote wie Telemedizin, Mobile Health und Chatbots könnten vielen chronischen Erkrankungen vorbeugen, glaubt die WHO.(©  peterschreiber.media – stock.adobe.com)
Digitale Angebote wie Telemedizin, Mobile Health und Chatbots könnten vielen chronischen Erkrankungen vorbeugen, glaubt die WHO.
(© peterschreiber.media – stock.adobe.com)

Nichtübertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, Krebs sowie Diabetes sind weltweit für fast drei Viertel aller Todesfälle verantwortlich. Dies heben World Health Organisation (WHO) und Internationalen Fernmeldeunion (International Telecommunication Union, ITU) in einer gemeinsamen Studie hervor. Investitionen in digitale Angebote wie Telemedizin, Mobile Health und virtuelle Gesprächstherapeuten könnten bis zum Jahr 2033 über zwei Millionen dieser Todesfälle verhindern, schätzen die Studienverantwortlichen.

Lediglich 0,24 US-Dollar (USD) pro Patient und Jahr wären der wirtschaftlichen Analyse zufolge nötig, um dieses Ziel zu erreichen. Im besagten Zehnjahreszeitraum würden sich die Gesamtkosten demzufolge zwar auf rund 9,8 Milliarden USD summieren. Dem stünden allerdings wirtschaftliche Vorteile in Höhe von 199 Milliarden USD gegenüber, unter anderem weil sieben Millionen weniger akute Vorfälle und Krankenhauseinweisungen die Gesundheitssysteme entlasten könnten.

Nachholbedarf bei Integration neuer Technologien

Besonders hervorgehoben wird das Potenzial digitaler Technologien bei der Bekämpfung der vier Hauptrisikofaktoren nicht übertragbarer Krankheiten: Tabakkonsum, ungesunde Ernährung, schädlicher Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. Personalisierte mobile Nachrichtendienste, Chatbots und Telemedizin könnten Menschen dabei unterstützten, diese Risikofaktoren zu verstehen und gesündere Gewohnheiten zu entwickeln. Über digitale Lösungen ließen sich zudem Daten in Echtzeit austauschen und fundierte Behandlungsentscheidungen treffen.

Konkrete Beispiele für erfolgreiche Implementierungen stellen WHO und ITU ebenfalls vor. Mit dem „Be He@lthy, Be Mobile“-Programm zur Diabetesprävention beispielsweise habe Senegal über 200.000 Nutzer erreicht. In Kirgisistan wiederum habe die Entwicklung einer einheitlichen Informationsinfrastruktur während der COVID-19-Pandemie zur raschen Einführung eines digitalen Impfzertifikatsregisters geführt und damit etwa 850.000 Arbeitsstunden im Gesundheitswesen eingespart.

Die Autoren betonen, dass mehr als 60 Prozent aller Länder weltweit bereits digitale Gesundheitsstrategien entwickelt hätten. Allerdings mangele es oft an der Integration neuer Technologien in die bestehende Gesundheitsinfrastruktur. Entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung solcher Projekte seien jedoch der kontinuierliche Ausbau der öffentlichen digitalen Infrastruktur sowie das Vorantreiben der Standardisierung und Interoperabilität über verschiedene Sektoren hinweg.

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