Resilienz durch Forschung und Daten Wie die Innere Medizin krisenfest wird

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin setzt auf wissenschaftliche Exzellenz, digitale Innovation und stabile Rahmenbedingungen. Mit dieser Troika soll die Versorgung von morgen abgesichert werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin wurde im April 1882 gegründet und hat ihren Sitz in Wiesbaden.(Feodora - stock.adobe.com)
Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin wurde im April 1882 gegründet und hat ihren Sitz in Wiesbaden.
(Feodora - stock.adobe.com)

Das Gesundheitssystem steht unter Druck. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, wirtschaftliche Unsicherheiten. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Gerade deshalb ist es wichtig, über Strukturen zu sprechen, die Innovation nicht nur zulassen, sondern aktiv fördern. Auf der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden wurde genau das diskutiert: Wie schaffen wir es, dass die Versorgung auch in Krisenzeiten funktioniert?

Ohne Forschung keine moderne Medizin

Professorin Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel, Vorsitzende der DGIM, vertritt eine klare Meinung: „Forschung ist keine Zusatzqualifikation, sondern die Voraussetzung dafür, dass wir moderne Innere Medizin gestalten.“ Neue Hormontherapien, Zell- und Gentherapien, KI-gestützte Diagnosen; all das fällt bekanntlich nicht vom Himmel. Es braucht Menschen, die forschen, hinterfragen und weiterentwickeln.

Junge Ärztinnen und Ärzte haben dafür jedoch kaum noch Zeit. Der Alltag in der Versorgung ist vollgepackt, die Belastungen sind hoch, das Medizinstudium ohnehin schon randvoll. Wissenschaftliches Arbeiten? Bleibt oft auf der Strecke. Und das ist riskant. Denn ohne wissenschaftliche Kompetenz fehlt die Basis für fundierte Entscheidungen – insbesondere dann, wenn es drauf ankommt.

Digitale Tools? Aber bitte mit Sinn

Linea Schmidt vom Hasso-Plattner-Institut forscht daran, wie digitale Lösungen die Versorgung verbessern können. Remote Patient Monitoring oder digitale Gesundheitsanwendungen sind keine Science-Fiction-Fantasien mehr, sondern längst Realität in der Versorgung. Zumindest theoretisch. Praktisch hakt es oft noch. Schmidt wertet derzeit Gesundheitsdaten von über 500.000 Menschen mit Bluthochdruck aus. Die Ergebnisse zeigen, dass sich mit den richtigen Tools Muster früher erkennen und Behandlungen gezielter steuern lassen. Allerdings nur, wenn die Werkzeuge wirklich in den Alltag passen. „Digitale Werkzeuge dürfen keine zusätzliche Belastung darstellen, sondern müssen wirklich unterstützen“, sagt Schmidt.

Konkret heißt das, dass keine komplizierten Systeme eingesetzt werden sollen, die mehr Zeit fressen als sie sparen. Vielmehr sollen konkrete Risikohinweise, bessere Priorisierung und echte Entlastung etabliert werden. Andernfalls bleiben auch die tollsten Innovationen in der Schublade liegen.

Innovation braucht Verlässlichkeit

Dr. rer. pol. Claus Michelsen vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) brachte einen weiteren Aspekt ins Spiel. Den der pharmazeutischen Industrie. Ohne diese bewegt sich in Sachen Innovation wenig vorwärts. „Die pharmazeutische Industrie ist eine Schlüsselindustrie für Innovation, Versorgungssicherheit, Wachstum und Resilienz“, so Michelsen.

Damit neue Therapien schnell bei den Patientinnen und Patienten ankommen, brauche es innovationsfreundliche Zulassungen, verlässliche Finanzierung und ausreichend Risikokapital. Planungssicherheit eben. Denn Forschung und Entwicklung funktionierten nicht auf Zuruf.

Es geht nur gemeinsam

Krisenfestigkeit gibt es nicht als Einzelmaßnahme, das hat die Pressekonferenz deutlich gemacht. Es sei vielmehr das Zusammenspiel das zähle. Forschung schafft neues Wissen wohingegen Digitale Tools neue Möglichkeiten eröffnen. Eine innovationsfähige Industrie bringt Therapien in die Anwendung. Und mittendrin stehen die Patientinnen und Patienten. „Zentral ist, dass die medizinische Versorgung wissenschaftlich fundiert bleibt und die Patientin und den Patienten als Menschen im Blick behält“, fasste Professorin Führer-Sakel zusammen.

Die Botschaft dahinter ist klar: Wer das Gesundheitssystem widerstandsfähiger machen will, muss investieren. Ob in Köpfe, in Technologie oder in stabile Strukturen ist zunächst nebensächlich. Nur mit Innovation wird die Innere Medizin fit für die Zukunft.

(ID:50647514)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung