Zettelwirtschaft im Gesundheitswesen

Zu verbrauchen bis ... ?

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„Da muss man sich fragen: Warum?“

Größtenteils analog und in Papierform bleiben zudem Rezepte. Nur ein Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig elektronische Rezepte (eRezept) auszustellen, weitere vier Prozent tun dies vereinzelt. Zwar haben 57 Prozent das eRezept noch nicht genutzt, können sich dies aber in Zukunft vorstellen; dennoch lehnen 18 Prozent die alternative zum klassischen Rezept kategorisch ab.

Bitkom-Präsident Rohleder zeigt sich von den Ergebnissen schockiert. Bei solchen Zahlen müsse man sich doch fragen, woran das liegen könne, schließlich würden künftig alle Verordnungen ausschließlich digital erstellt werden. Rohleder appelliert deswegen: „Der Rollout des eRezepts sollte jetzt zügig erfolgen“.

Ähnlich steht es um die elektronische Patientenakte. Lediglich sechs Prozent der Ärzteschaft haben schon mal die ePA genutzt. Die Gründe, warum dies nicht getan wird, gehen dabei weit auseinander. Während 29 Prozent die benötigte technische Ausstattung fehlt, lehnen 18 Prozent die elektronische Akte schlichtweg ab. Weitere 13 Prozent verzichten auf das Angebot, da ihre Patienten dies nicht wünschen und 20 Prozent nennen sonstige Gründe. Rohleder kommentiert die Zahlen kritisch. Die ePA sei das Kernstück der Digitalisierung im Gesundheitswesen und ihre Einführung solle beschleunigt werden, jedoch seien die Hürden zur Beantragung und der Nutzung zu hoch. Zudem weisen nur 14 Prozent der Ärzte ihre Patienten aktiv auf die elektronische Patientenakte hin.

(K)eine Chance für die Digitalisierung?

Der Vorsitzende des Hartmannbundes Reinhardt, steht den Ergebnissen der Umfrage grundsätzlich positiv gegenüber – zeigten sie doch, dass die Digitalisierung als Chance zur Verbesserung der Versorgung von Patienten begriffen würde. Sie legten allerdings auch offen, dass sich niedergelassene Mediziner alleine gelassen fühlen. „Die Mediziner betrachten die Digitalisierung als großen Mehrwert in der Versorgung. Allerdings müssen die medizinischen, administrativen und wirtschaftlichen Voraussetzungen stimmen. Die Grundlagen dafür können nur von Politik, Ärzteschaft und der Industrie gemeinsam gelegt werden.“

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder resümiert: „Die Corona-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, dass Zettelwirtschaft und analoge Verfahren ein Verfallsdatum haben.“

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