Für das Komplettpaket von Eterno zahlen die Ärzte zwischen 5.000 und 8.000 Euro im Monat. Darin enthalten sind die Miete der Räumlichkeiten, aber auch die Personalkosten und die Geräte. Für Letzteres gibt es Praxismanager vor Ort, die bei Problemen eingreifen können. „Wir haben die Entscheidung getroffen, unsere internen Eterno-Büros auch in die Standorte reinzubauen. Das heißt, dass sogar unsere Softwareentwickler dort sind und Tür an Tür mit den Ärzten sitzen“, sagt Rodi. „Und wenn das Sales-Team Schrott verkauft hat, dann sollen sie das entsprechende Feedback der Ärztinnen und Ärzte idealerweise bereits auf dem Weg zur Toilette bekommen. Das ist sehr heilsam, auch in der Softwareentwicklung.“
Im monatlichen Mietpreis ist die Software bereits inkludiert. Den Support übernimmt Eterno, auch für Drittanbieter-Software. „Wir versuchen, für den Arzt alles vollumfänglich abzubilden. Das inkludiert auch die Telematikinfrastruktur, egal ob das bei uns im Standort ist oder in einer Praxis im Schwarzwald“, betont Rodi. Aktuell werden Highspeed-Konnektoren von Akquinet genutzt, aber auch hier ist Eterno Ansprechpartner. Rodi: „Unser Anspruch ist immer, dass es einen ‚Single Point of Contact‘ für den Arzt gibt und dass wir als Ansprechpartner fungieren. Wir kümmern uns um alle Themen von der Konfiguration des Druckers am Empfang bis zum Ausfall des Kartenleseterminals im Arztzimmer.“
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Weiterentwicklung
„Die klassische analoge Praxis wird es irgendwann nicht mehr geben können“, ist Rodi sicher. „Eine eigene Praxis zu gründen oder eine zu übernehmen, ist nicht mehr so hoch im Kurs wie früher. Das liegt vor allem am großen administrativen Aufwand.“ Eine Praxis in jedem Wohngebiet, in jedem kleinen Ort zu haben, sei Luxus. Auch in anderen Bereichen gebe es bereits Verschiebungen. „Es gibt nicht mehr in jedem Dorf eine Apotheke, eine Schule oder einen Supermarkt“, betont Rodi. Die Zentrenbildung, die hier bereits eingesetzt habe, werde auch in der Primärversorgung passieren – „allein schon aus Ressourcengründen“. „Wenn ein Arzt heute fünf Minuten einen Patienten untersucht und danach 20 Minuten Dokumentation macht, dann ist das keine effiziente Nutzung von Ressourcen“, sagt Rodi, „Der Arzt sollte einen Patienten nach dem anderen sehen, und die Dokumentation sollte digital im Hintergrund stattfinden.“
Erstmal müssen die Praxen raus aus der alten serverbasierten Infrastruktur in eine Cloud-basierte Lösung.
Hier kommt künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel – ein Thema, das Eterno massiv verfolgt. „Wir brauchen in den Praxen mehr Effizienz, und das lässt sich über KI super machen“, ist Rodi überzeugt. Sein Unternehmen will durch die eigenen KI-Lösungen Praxisabläufe optimieren, die medizinische Qualität steigern und letztlich die ambulante Versorgung insgesamt neu denken. Für bessere Abläufe werden KI-optimierte Praxiskalender für die Terminplanung, eine automatisierte Dokumentation sowie Dashboards für Wirtschaftlichkeit und medizinische Exzellenz angeboten und in den Co-Working-Spaces eingesetzt. Gerade das Thema Dokumentation dürfte viel Zeit sparen. „Der KI-Bot hört das Arzt-Patient-Gespräch und dokumentiert in Echtzeit mit. Das Gespräch kann dann strukturiert in die Patientenakte übertragen werden“, erklärt Rodi. Am Ende habe der Arzt eine strukturierte Zusammenfassung mit Anamnese, Untersuchung, Prozedere, Medikation plus Vorschläge, welche Diagnose und Abrechnungscodes vielleicht sinnvoll im System hinterlegt werden müssen – „und das Ganze ohne, dass Sie den Blick abwenden müssen vom Patienten“, betont Rodi.
In Zukunft werden Arztpraxen in noch viel größerem Ausmaß durch KI unterstützt, davon ist Rodi überzeugt. Egal ob durch eine stärkere Nutzung medizinischer Daten oder durch KI-basierte Avatare: „Erstmal müssen die Praxen raus aus der alten serverbasierten Infrastruktur in eine Cloud-basierte Lösung“, sagt Rodi. Die technologische Grundlage müsse der erste Schritt sein, um auch andere Anbieter mit ihren Lösungen andocken zu können.
Stand: 08.12.2025
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Vielleicht wäre eine Art Abwrackprämie eine gute Lösung.
Richtung Bundesregierung hat Rodi eine deutliche Botschaft: „Wir wünschen uns einen ganz klaren Plan, eine Digitalisierungsstrategie, wie man Praxen dabei unterstützen kann, digitaler zu werden.“ Es werde viel mit Zwang gearbeitet, und die Praxen bekämen bei der Umsetzung zu wenig Unterstützung. Eine Idee, wie eine solche Unterstützung finanziell aussehen könnte, liefert er gleich mit: „Vielleicht wäre eine Art Abwrackprämie eine gute Lösung.“ Denn auch von politischer Seite müsse den Praxen unter die Arme gegriffen werden.