Gesundheitsdaten Forschung zu FHIR-Datenmodell

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Das Projekt „Entwicklung eines intersektoralen FHIR-Datenmodells“ will Gesundheitsdaten nutzbar machen. Das Vorhaben wird durch das Bundesgesundheitsministerium gefördert und läuft noch bis Ende Februar 2026.

„Fast Healthcare Interoperability Resources“, kurz: FHIR, ist ein Standard für den Austausch von Gesundheitsdaten.(Bild: ©  HNFOTO – stock.adobe.com)
„Fast Healthcare Interoperability Resources“, kurz: FHIR, ist ein Standard für den Austausch von Gesundheitsdaten.
(Bild: © HNFOTO – stock.adobe.com)

Im Rahmen des Projekts „Entwicklung eines intersektoralen FHIR-Datenmodells“ arbeitet die Hamburger Tiplu GmbH an einer zentralen Grundlage für die sektorenübergreifende Nutzung von Gesundheitsdaten, vor allem im Hinblick auf die elektronische Patientenakte (ePA).

„Ziel des geförderten Projekts ist die Entwicklung eines intersektoralen Datenmodells, das Gesundheitsdaten standardisiert, interoperabel und langfristig für die Versorgung und Forschung, Public Health sowie weitere medizinische Sekundärnutzungen nutzbar macht und zu untersuchen, wie aktuell vorhandene Standards (z. B. ISIK) weiterentwickelt und in bestehende sowie zukünftige Systeme integriert werden können“, erläutert Thomas Süptitz aus dem Bundesministerium für Gesundheit. Anders als bisherige Ansätze, die sich auf einzelne Anwendungsfälle konzentrieren, sollen hier die Anforderungen von sektorenübergreifenden Fallverläufen/Versorgungspfaden stärker in den Mittelpunkt gestellt und ein ganzheitliches Bild erfasst werden.

Wie Dr. Moritz Augustin, Geschäftsführer von Tiplu, erklärt, ermögliche die aktuelle ePA aktuell eine sichere Dateiablage, vor allem für PDFs. „Aber“, betont er, „PDFs sind unstrukturierte Daten, eine robuste automatisierte Weiterverarbeitung ist damit nur eingeschränkt möglich.“ Mit Hilfe von „Medizinischen Informationsobjekten“ (MIOs) hingegen – also Datensammlungen für verschiedene Anwendungsfälle wie beispielsweise Krankenhaus-Entlassbriefe oder Laborbefunde – werde konkret definiert, welche strukturierten Informationen in die ePA gehören.

„Die Bemühungen rund um MIOs und FHIR-Services sollten daher weiter vorangetrieben werden“, so Augustin weiter. „Unsere Vision ist, dass Behandlungsdaten künftig sektorenunabhängig als FHIR-Daten erhoben und interoperabel verfügbar gemacht werden. So sollen sie von jedem Versorger genutzt und strukturiert in der ePA gespeichert werden können, ohne zusätzliche Transformation. Das macht die sinnvolle Nutzung der Daten überhaupt erst möglich.“

Zum Beispiel könnten durch den digitalen Zugriff auf vollständige Patientenakten medizinische Fehler und Doppeluntersuchungen reduziert werden. KI-gestützte Tools könnten alle Vorbefunde abgleichen und dabei unterstützen, dass bestimmte medizinische Konstellationen nicht übersehen werden. Auch die einfache technische Umsetzung von Kurzakten, wie im EHDS angedacht, sei hiermit möglich.

Auf Basis der Projektergebnisse sollen schließlich Vorschläge erarbeitet werden, wie ein einheitlicher Datenkern für das deutsche Gesundheitswesen aussehen könnte und wie sich Hindernisse – wie fehlende Schnittstellen oder Silo-Strukturen – überwinden lassen. Tiplu möchte damit nach eigenen Angaben „einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die ePA in Richtung einer praxisorientierten FHIR-Patientenakte weiterzuentwickeln“.

Das Projekt läuft seit Mitte August 2025.

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