Hyperconnected Health Mit vernetzten Technologien den Wandel gestalten

Ein Gastbeitrag von Dr. Shivam Gupta 5 min Lesedauer

Fachkräftemangel, Unterversorgung und gestiegene Ansprüche der Patienten und Patientinnen an die Gesundheitsvorsorge: Inmitten dieses komplexen Geflechts kann „Hyperconnected Health“ Abhilfe schaffen. Wie das Gesundheitssystem ganzheitlich davon profitieren kann, erläutert Dr. Shivam Gupta in seinem Gastbeitrag.

Eine robuste Gesundheitsinfrastruktur durch vernetzte Technologien. (© greenbutterfly – stock.adobe.com)
Eine robuste Gesundheitsinfrastruktur durch vernetzte Technologien.
(© greenbutterfly – stock.adobe.com)

Die aktuellen demographischen, ökologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen fordern das Gesundheitswesen an vielen Stellen heraus: Eine immer älter werdende Bevölkerung leidet zunehmend unter nicht-übertragbaren, lebensstil-bedingten Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schlaganfällen. Und auch Infektionen breiten sich durch die zunehmende Urbanisierung und den immer enger werdenden Lebensraum für Mensch und Tier mit hoher Geschwindigkeit aus. Zudem beeinträchtigen Umweltgefahren wie Lärm, Verschmutzung und Wetterextreme, die das psychische, physische und soziale Wohlbefinden. Nicht zuletzt muss das Gesundheitssystem derzeit den Spagat zwischen Fachkräftemangel, Unterversorgung und gestiegenen Ansprüchen der Patienten und Patientinnen an die Gesundheitsvorsorge meistern. Inmitten dieses komplexen Geflechts kann Hyperconnected Healthcare jedoch Abhilfe schaffen.

Potenziale eines vernetzten Ökosystems

Hyperconnected Health bezeichnet die Nutzung untereinander vernetzter Technologien und Ansätze, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern und effizienter zu gestalten. Die intelligente Verknüpfung gesundheitsbezogener Technologien und Daten aus verschiedenen digitalen Quellen ermöglicht einen besseren Einblick in die Ressourcenverfügbarkeit und den Versorgungsbedarf von Patienten und Patientinnen.

Hilfreiche Datenquellen sind beispielsweise:

  • mobile Apps, wie etwa Versicherungs-Apps,
  • Wearables, darunter Smartwatches und smarte Textilien, beispielsweise beheizte Jacken,
  • Telemedizin-Lösungen,
  • elektronische Gesundheitsakten,
  • Geodaten, wie die regionale Verbreitung einer Krankheit, generiert von Drohnen oder Satelliten oder aus städtischen Datenquellen sowie
  • das Internet der medizinischen Dinge (IoMT), dazu zählen beispielsweise Daten von Krankenhausgeräten.

Die Effekte von Hyperconnected Health lassen sich anhand mehrerer Beispiele veranschaulichen:

  • 1. Verbesserte Gesundheitsprävention, geringere Belastung des Pflegepersonals und präzisere Behandlungen:
    Wearables zeichnen Gesundheitsdaten wie die Herzfrequenz, den Blutdruck oder auch Glukosewerte über einen längeren Zeitraum auf. So können sie gesundheitliche Entwicklungen nicht nur im Zeitverlauf, sondern auch außerhalb traditioneller Gesundheitseinrichtungen aufzeigen. Die sichere Kombination dieser Daten im Sinne der Patienten und Patientinnen in Kombination mit geografischen Gesundheitsdaten und Daten aus Patientenakten hilft bei der Erkennung von Mustern und kann so Krankheitsausbrüche vorhersagen. Zudem erhalten medizinische Fachkräfte durch die Verbindung umfangreicher Gesundheitsdaten einen digitalen Zwilling ihrer Patienten und Patientinnen, der die gesamte Gesundheitshistorie abbildet. Das ermöglicht den Ärzten und Ärztinnen präzisere Diagnosen und eine bessere Qualität der Behandlung. Und nicht zuletzt wird auf diese Weise das Vertrauen und die Zufriedenheit der Patienten und Patientinnen gesteigert.
  • 2. Besserer Austausch und eine effizientere Ressourcenallokation:
    Hyperconnectivity kann nicht nur den Austausch von Gesundheitsinformationen zwischen medizinischen Fachkräften und Patienten verbessern. Auch der stakeholderübergreifende Austausch, etwa zwischen Krankenhäusern, Arztpraxen, Krankenversicherungen und Apotheken, wird erleichtert. Denn durch den datenschutzkonformen Echtzeit-Zugang zu Patientendaten und Kapazitäten von Gesundheitseinrichtungen können Versorger Ressourcen optimal zuweisen. Dadurch wird der Ressourceneinsatz optimiert und das Pflegepersonal entlastet. Zusätzlich fördern stark vernetzte Technologien den Wissensaustausch und verbessern den frühzeitigen Zugang zu Expertenwissen.
  • 3. Mehr Inklusion, weniger Umweltbelastungen:
    Je mehr Patientendaten aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stehen, desto inklusiver wird die Gesundheitsversorgung. So lassen sich in Zukunft Teledienste ausbauen und fachliche Ressourcen stärker bündeln, zum Beispiel für die mobile Patientenversorgung. Das verkürzt nicht nur Wartezeiten, sondern schont auch die Umwelt. Die datengestützte Optimierung der Ressourcenverteilung senkt zudem den Energie- und Papierverbrauch und damit den CO2-Fußabdruck großer Gesundheitseinrichtungen. Das schlägt sich auch in der Lieferkette nieder, indem das datengestützte Wissen über benötigte Ressourcen Abfälle und Überschüsse an Medikamenten und medizinischem Material reduziert. Schließlich haben die Erfahrungen mit der Covid-19-Pandemie gezeigt, dass die digitale Vernetzung die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbehörden erleichtern und eine effektive Reaktion auf neuartige Umwelt- und Gesundheitsnotfälle ermöglichen kann.

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