Techniker Krankenkasse Pilotprojekt zu digitalen Krankenfahrten in Hamburg

Von Johannes Kapfer 1 min Lesedauer

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Die Techniker Krankenkasse (TK) geht mit einem Pilotprojekt zur Digitalisierung von Krankenfahrten an den Start. Im Hamburger Raum können Versicherte erstmals verordnete Krankenfahrten per Smartphone planen und buchen. Die sechsmonatige Testphase soll zeigen, ob sich das Verfahren bundesweit skalieren lässt.

Für Personen mit chronischen Krankheitsbildern sind regelmäßige Arztbesuche oder Kontrolltermine in Krankenhäusern Teil des Alltags. Die Techniker Krankenkasse hat einen Piloten an den Start gebracht, mit welchem Krankenfahrten digital geplant und abgerechnet werden können.(Bild: ©  CandyRetriever - stock.adobe.com)
Für Personen mit chronischen Krankheitsbildern sind regelmäßige Arztbesuche oder Kontrolltermine in Krankenhäusern Teil des Alltags. Die Techniker Krankenkasse hat einen Piloten an den Start gebracht, mit welchem Krankenfahrten digital geplant und abgerechnet werden können.
(Bild: © CandyRetriever - stock.adobe.com)

Bislang müssen Patientinnen und Patienten bei genehmigungspflichtigen Fahrten einen mehrstufigen Prozess durchlaufen. Dieser beinhaltet das Einholen von Krankenkassen-Freigaben, das Kontaktieren eines Beförderungsunternehmens, die klassische Terminvereinbarung sowie das Vorlegen des Genehmigungsformulars bei Fahrtantritt.

„Wer krank ist, soll sich auf seine Genesung konzentrieren können“, sagt Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK.

Für die Machbarkeitsstudie, die auf ein halbes Jahr ausgelegt ist, arbeitet die TK mit der Mobilitätsplattform Freenow by Lyft sowie dem Abrechnungsdienstleister DAVASO zusammen. Diese Partnerschaft verbindet Genehmigungsprozess, Fahrtenbuchung und Abrechnung – nach eigenen Aussagen – in einem durchgängig digitalen Workflow. Das Potenzial der Pilotlösung ist durchaus gegeben. Allein 2024 erhielten bundesweit 154.000 TK-Versicherte Verordnungen für Fahrten zu Dialyse, Chemotherapie oder Krankenhausaufenthalten.

Das neue Verfahren eliminiere papierbasierte Prozessschritte und reduziere den organisatorischen Aufwand für die Versicherten, so Ballast weiter.

Die digitale Lösung integriere diese Schritte in eine App-basierte Umgebung. Nach erfolgreichem Abschluss der Testphase soll die Technologie allen Marktteilnehmern zur Verfügung gestellt werden – ein Ansatz, der an Open-Source-Strategien im Healthcare-Sektor erinnert.

Barrierefreiheit als Designprinzip

Felix Brand, Chief Strategy Officer bei Freenow by Lyft, betont den Inklusionsaspekt. „Gemeinsam zeigen wir, wie durchdachte Technologie medizinisch notwendige Mobilität verlässlicher, schneller und einfacher zugänglich macht.“ Die Plattform ziele darauf ab, auch mobilitätseingeschränkten Personen bei kurzen Wartezeiten Zugang zu geeigneten Fahrzeugen zu ermöglichen.

Die TK plant, die Testregion nach Hamburg auf weitere Städte auszudehnen. Ob das Modell bundesweit tragfähig ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Dies wird auch mit Blick auf regulatorische Rahmenbedingungen und die Akzeptanz bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten geschehen, die letztlich die Verordnungen ausstellen.

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