Studie des Digitalverbands Bitkom Richtiger Weg, doch die Überforderung in der Digitalisierung ist da

Von Serina Sonsalla 3 min Lesedauer

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Zwei Seiten einer Medaille: Trotz positiver Eindrücke existieren noch Unsicherheiten bezüglich der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Zu diesem Schluss kommt die Studie des Bitkom, in der die Beteiligten zum Beispiel zum E-Rezept, zur ePA oder zu Videosprechstunden befragt wurden.

Bitkom sieht die geplante Apothekenreform, die bald vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll, als weitere Chance zur Stärkung der Digitalisierung im Gesundheitswesen.  (© MQ-Illustrations – stock.adobe.com)
Bitkom sieht die geplante Apothekenreform, die bald vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll, als weitere Chance zur Stärkung der Digitalisierung im Gesundheitswesen.
(© MQ-Illustrations – stock.adobe.com)

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt Fahrt auf – mit dem E-Rezept, der elektronischen Patientenakte (ePA) für alle (ab 2025), der Etablierung von Video-Sprechstunden und weiteren Schritten, um den Herausforderungen im Praxisalltag zu begegnen. Die neue Studie des Digitalverbands Bitkom geht der Frage nach, wie die Bürger und Bürgerinnen in Deutschland zu diesen Fortschritten stehen. An der Umfrage beteiligten sich über 1.140 Personen unterschiedlicher Altersgruppen zwischen Mai und Juni diesen Jahres.

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89 Prozent der Befragten halten die Digitalisierung im Gesundheitswesen für richtig und begrüßen ihre Entwicklungen. 71 Prozent wünschen sich sogar eine Beschleunigung, während 22 Prozent das Digitalisierungstempo für genau richtig halten. Lediglich vier Prozent sind der Meinung, dass es doch eher viel zu schnell vorangeht.

Das E-Rezept ist praktisch allen ein Begriff – denn tatsächlich sind es fast 100 Prozent aller Teilnehmer, die vom E-Rezept bereits gehört haben. Doch wie viele Menschen nutzen bisher ein E-Rezept? Besonders nach den Strapazen Anfang des Jahres hatten einige zu kämpfen, denn die Einlösung des E-Rezepts lief nicht einwandfrei. Mittlerweile sind die Probleme behoben. In der Studie gaben allerdings 23 Prozent der befragten Teilnehmer noch Probleme mit dem E-Rezept an – das sei laut Bitkom wohl auf frühere Hürden zurückzuführen. So bevorzugen 14 Prozent weiterhin das Rezept auf Papier. Im Vergleich zum letzten Jahr sind es schon deutlich weniger Menschen. Zudem stimmte die Mehrheit dafür, dass die Einlösung völlig reibungslos verlief.

Auch das Interesse für die elektronische Patientenakte steigt weiter: Die Hälfte der Befragten nutzt bereits die ePA oder möchte diese in Zukunft nutzen. 89 Prozent möchten ihre Daten mit allen behandelnden Ärzten und Ärztinnen teilen. Außerdem sind zwei Drittel für die Freigabe ihrer Daten für Forschungszwecke. Nur etwa drei Prozent sind sich noch unschlüssig und 8 Prozent gaben ein klares Nein an.

Teil der Umfragen bildeten auch Videosprechstunden, die in der Gesundheitsversorgung eine immer größere Rolle einnehmen, da sie wesentlich zur Entlastung im Praxisalltag beitragen. Auch 90 Prozent der Studienteilnehmer haben von der Videosprechstunde bereits gehört. Doch damit liegt die Videosprechstunde immer noch unter der ePA, der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder dem E-Rezept. Lediglich 27 Prozent haben schon mal mit Ärztinnen, Ärzten oder Therapeutinnen und Therapeuten über die Videosprechstunde kommuniziert. Davon gaben über 80 Prozent an, dass diese sich auch ausreichend Zeit für sie genommen hatten.

Nach diesen positiven Umfragewerten wird deutlich, dass ein großer Teil der Befragten Chancen in der Digitalisierung im Gesundheitswesen sieht. Nichtsdestotrotz hat eine Medaille bekanntlich zwei Seiten: Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer hat immer noch Bedenken. 48 Prozent fühlen sich von der Digitalisierung überfordert und 68 Prozent haben Angst vor der Preisgabe ihrer Daten und stimmten der Aussage zu, dass ein digitalisiertes Gesundheitssystem die Menschen zu gläsernen Patienten macht. Am Beispiel der ePA sorgten sich immerhin 59 Prozent, dass ihre Daten in falsche Hände geraten könnten, und die Hälfte fühlt sich nicht einmal ausreichend informiert.

Für den Bitkom ist klar, dass hier noch mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden muss, um den Bürgern und Bürgerinnen die nötigen Informationen zu geben und ihnen Unsicherheiten zu nehmen. Denn „die Daten der ePA unterliegen den höchsten Datenschutzbestimmungen in Europa“, so Bitkom-Vizepräsidentin Christina Raab. „Die Daten werden verschlüsselt, speziell in einem abgesicherten Bereich in geschützten Rechenzentren und zentral in Deutschland gespeichert. Das gewährleistet einen hohen Schutz für Patientendaten.“

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