Hardware, Managed Services und Datenschutz im Fokus Sichere Digitalisierung im Gesundheitswesen

Ein Gastbeitrag von Bernward Adams 4 min Lesedauer

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Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen gewinnt an Tempo. Sicherheit und Datenschutz dürfen angesichts der wachsenden Vernetzung und des Datenflusses dabei nicht aus dem Fokus geraten. Mit der Einführung leistungsstarker High-Speed-Konnektoren und bevorstehender TI-Gateways macht die Telematikinfrastruktur hier bedeutende Fortschritte.

Mit der Einführung von „Telematikinfrastruktur as a Service“ wird der Zugang für medizinische Einrichtungen erheblich vereinfacht und gleichzeitig sicherer gemacht. (©  MQ-Illustrations - stock.adobe.com)
Mit der Einführung von „Telematikinfrastruktur as a Service“ wird der Zugang für medizinische Einrichtungen erheblich vereinfacht und gleichzeitig sicherer gemacht.
(© MQ-Illustrations - stock.adobe.com)

Diese Innovationen versprechen nicht nur eine verbesserte Leistung, sondern auch erhöhte Sicherheit für sensible Gesundheitsdaten. Eine gesetzliche Verpflichtung macht die deutschlandweite Anbindung aller Leistungserbringer an die Telematikinfrastruktur (TI) erforderlich, wodurch diese Technologien unverzichtbar werden.

Die Entwicklung der TI

Die Digitalisierung medizinischer Einrichtungen in Deutschland hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Vor etwa fünf Jahren wurde damit begonnen, Arztpraxen mit Einbox-Konnektoren anzubinden, Apotheken und Krankenhäuser folgten kurze Zeit später. Ende 2023 kam der leistungsstarke High-Speed-Konnektor (HSK) ins Spiel, während im laufenden Jahr 2024 weitere Zulassungen erreicht wurden. Die Freigabe für TI-Gateways ist für die zweite Jahreshälfte 2024 geplant und wird von der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) forciert und gesteuert.

TI-Nutzer profitieren von einer umfassenden Infrastruktur, die rund 84 Millionen Einwohner Deutschlands unterstützt, davon etwa 74 Millionen gesetzlich sowie knapp 9 Millionen privat krankenversichert. Bisher sind über 17.000 Apotheken, circa 1.900 Krankenhäuser und viele tausend Arztpraxen sowie psychotherapeutische Einrichtungen an die TI angeschlossen. Zukünftig sollen auch weitere Gesundheitsberufe wie Rehaeinrichtungen, Heilmittel- und Hilfsmittelerbringer sowie Pflegeeinrichtungen integriert werden.

Bisher wurden in den Einrichtungen Einbox-Konnektoren und lokale Rechenzentrumslösungen verwendet, jedoch nur für einzelne Institutionen. Der HSK stellt nun eine leistungsstarke Lösung dar, die speziell für den zentralen Betrieb in Rechenzentren entwickelt wurde. Er ersetzt eine Vielzahl einzelner Konnektoren und reduziert damit den Betriebs- und Administrationsaufwand erheblich. Der HSK ist hochperformant, skalierbar und kann sowohl in einrichtungseigenen als auch externen Rechenzentren gehostet werden. Eine benutzerfreundliche Management-UI ermöglicht individuelle Anpassungen und gewährleistet Ausfallsicherheit, was die Abläufe im TI-Anschluss vereinfacht.

In einer erweiterten Version bildet der HSK das Herzstück des TI-Gateways, das eine Vielzahl unterschiedlicher Leistungserbringerinstitutionen anschließen kann, wie z. B. Arztpraxen, Apotheken, Physiotherapeuten, Hebammen und andere Gesundheitsdienstleister. Dieses Gateway wird von einem zentralen Anbieter bereitgestellt und bietet dank leistungsfähiger Server-Hardware eine hohe Performance.

Für den Anwender stellt das Zugangsmodul eine große Neuerung dar. Mit dem TI-Gateway (TIG) wird der Zugang zur TI über ein Portal bestellt. Dieses Portal stellt notwendige Zugangsdaten für lokale Komponenten (TI-Clients) zur Verfügung und zeigt über ein Dashboard den Status der TI und der angeschlossenen Systeme an. Das TI-Gateway löst die bisherige Zuordnung eines Konnektors zu einem Kunden oder Kartenleser auf. Dabei ist das TIG frei skalierbar, sodass eine beliebige Menge an TI-Anschlüssen realisiert werden kann.

Die Entwicklung in der TI geht immer mehr in Richtung von zentralen Lösungen. Dezentrale Konnektoren, die eher leistungsfähigen Routern ähneln, führten in großen Einrichtungen wie Krankenhäusern zu einer Vielzahl paralleler Geräte und waren serviceintensiv. Die zentralen Lösungen bieten hier deutliche Vorteile.

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