Skalierbare Serverplattform TI-Messenger erreicht markanten Reifegrad

Von Susanne Ehneß 3 min Lesedauer

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Die Multi-Tenancy-Implementierung von „Synapse Pro“ durch Element hat in einem von der Gematik beauftragten Penetrationstest die Bewertung „Gut“ erhalten. Das Ergebnis wird als wichtiger Meilenstein für die breite Einführung des „TI-M Pro“-Messenger-Standards gewertet.

Der TI-Messenger ermöglicht eine sichere Echtzeit-Kommunikation für alle Gesundheitsberufe.(Bild:  KI-generiert)
Der TI-Messenger ermöglicht eine sichere Echtzeit-Kommunikation für alle Gesundheitsberufe.
(Bild: KI-generiert)

Die Gematik, als nationale Agentur für digitale Gesundheit verantwortlich für Spezifikationen und Zulassungen innerhalb der Telematikinfrastruktur (TI), hat einen Penetrationstest in Auftrag gegeben, um die Sicherheitsmechanismen der Multi-Tenancy-Implementierung von „Synapse Pro“ umfassend zu prüfen. Dabei kamen aktive Exploit-Techniken zum Einsatz, um Schwachstellen auf Anwendungsebene zu identifizieren und die Einhaltung von Best-Practice-Kriterien zu validieren.

Getestet wurde die Multi-Tenancy-Architektur von Synapse Pro, wie sie in der „Element Server Suite Pro“ für TI-Messenger (ESS Pro für TI-M) eingesetzt wird. Laut Prüfbericht wird „die Sicherheit der getesteten Anwendung mit ‚gut‘ bewertet“. Besonders hervorgehoben wurde, dass sich die zentralen Schnittstellen des Synapse-Pro-Servers – sowohl für Matrix-Clients als auch für Server-zu-Server-Kommunikation – konsistent mit einem Szenario verhalten, in dem jeder Mandant über eine dedizierte Instanz verfügt.

Für Anbieter von TI-M Pro-konformen Lösungen bedeutet dies eine unabhängige Sicherheitsvalidierung einer produktiven, skalierbaren Serverplattform.

Bereits produktiv im Einsatz

ESS Pro für TI-M ist bereits als serverseitige Komponente in der TI-M ePA-konformen Kommunikationslösung von T-Systems für die BARMER im Einsatz. Der Rollout erfolgte im Juli 2025.

Mit dem erfolgreichen Pentest erhält die Lösung nun eine zusätzliche externe Bestätigung ihrer Sicherheitsreife – ein wichtiger Faktor für Krankenkassen, IT-Dienstleister und Hosting-Anbieter.

Mit der Multi-Tenancy-Variante von ESS Pro für TI-M steht Hosting-Anbietern eine wirtschaftlich tragfähige Plattform zur Verfügung, um TI-M Pro-konforme Messenger-Dienste auch für kleinere Einrichtungen wie Hausarztpraxen, lokale Kliniken oder Apotheken anzubieten.

Möglich wird dies durch folgende Optimierungen:

  • Reduktion des RAM-Verbrauchs um rund 90 Prozent in Multi-Tenant-Szenarien.
  • Effizientes serverseitiges Flottenmanagement.
  • Vereinfachte Verwaltung von tausenden Mandanteninstanzen.

Damit sollen selbst kleine Organisationen mit wenigen Mitarbeitenden kosteneffizient angebunden werden können. Der Markt für TI-Messenger-Lösungen tritt damit in eine neue Phase ein: Anbieter von Gesundheitstechnologie können eigene Frontend-Clients entwickeln und auf eine geprüfte, kosteneffiziente Backend-Infrastruktur zurückgreifen.

Spezifikationen

ESS Pro für TI-M ist nach eigenen Angaben derzeit das einzige eigenständige, kommerziell unterstützte serverseitige Produkt, das speziell für TI-Messenger entwickelt wurde. Synapse Pro skaliert dynamisch: Bei geringer Last werden Ressourcen eingespart, bei Lastspitzen automatisch Kapazitäten bereitgestellt. Die Einsparungen liegen typischerweise bei über 80 Prozent in großen Single-Tenant-Bereitstellungen (TI-M ePA) und bei über 90 Prozent in Multi-Tenant-Szenarien (TI-M Pro).
Gleichzeitig soll ESS Pro Hochverfügbarkeitsarchitekturen mit SLA, technischem Support und regelmäßigen Sicherheitsupdates ermöglichen – ein Vorteil gegenüber Eigenentwicklungen auf Basis der Community-Version. Zum Vergleich: Ein einzelner Host mit fünf Endnutzern benötigt in der Community-Synapse-Variante rund 150 MB RAM. Bei 50.000 kleinen Einrichtungen würde dies die Wirtschaftlichkeit erheblich beeinträchtigen.

Strategiewechsel: Fokus auf den Frontend-Client

Die Bewertung durch die Gematik markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer sicheren, digitalen Kommunikation im Gesundheitswesen. Mit einer geprüften, skalierbaren Serverplattform können sich Anbieter von Gesundheitstechnologie künftig stärker auf die Entwicklung nutzerzentrierter Frontend-Clients konzentrieren.

Denn entscheidend für den Markterfolg dürfte sein, die spezifischen Anforderungen von Ärztinnen und Ärzten, Kliniken und Apotheken präzise abzubilden – ohne die serverseitige TI-Messenger-Infrastruktur selbst neu entwickeln zu müssen.

Das Ökosystem erreicht damit einen Reifegrad, wie man ihn aus anderen Technologiemärkten kennt: Spezialisierte Backend-Komponenten bilden die stabile Basis, auf der innovative, differenzierende Anwendungen entstehen können.

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