Einführung der ePA Gemischtes Feedback aus den Modellregionen

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Seit Mitte Januar befindet sich die elektronische Patientenakte in Erprobung. Das Spektrum der Reaktionen ist plural. Neben technischen Herausforderungen stehen dabei insbesondere Fragen der Datensicherheit im Fokus.

Mit der Einführung der elektronischen Patientenakte beschreitet das Gesundheitswesen einen großen Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung.(©  iconimage - stock.adobe.com)
Mit der Einführung der elektronischen Patientenakte beschreitet das Gesundheitswesen einen großen Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung.
(© iconimage - stock.adobe.com)

Die Leistungserbringer in den drei Modellregionen Franken, Hamburg und Nordrhein-Westfalen haben in den vergangenen beiden Monaten einige Zusatzaufgaben – abseits des Praxis- und Krankenhausalltags – absolvieren müssen. Derzeit werden – pro Woche – die elektronischen Patientenakten von über 170.000 Patientinnen und Patienten mit mehr als zwei Millionen E-Rezepten angereichert. Auch die elektronischen Medikationslisten haben in der vergangenen Woche – laut des TI-Dashboards der gematik – die Marke von 50.000 verwendeten Listen überschritten. Trotz dieser durchaus wohlklingenden Zahlen fällt das Feedback der Anwenderinnen und Anwender gemischt aus. Vielerorts wird laut einer gematik-Abfrage von softwareseitigen Inkompatibilitäten gesprochen. Hierbei müssen in den Augen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte insbesondere die Herstellerfirmen von Praxisverwaltungssoftware­suiten tätig werden. Teilweise konnten die Praxen, Apotheken und Krankenhäuser aufgrund fehlender Softwareupdates erst mit einer Verzögerung von mehreren Wochen mit dem Testlauf der elektronischen Patientenakte in ihrem Haus beginnen. Trotz aller Negativmeldungen sind – laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) – 90 Prozent der befragten Praxen durchaus von der ePA und ihren Möglichkeiten begeistert.

Vorteile für Patienten

Auch bei den Versicherten kommt das Konzept der ePA zumeist gut an. Insbesondere die darin integrierte elektronische Medikationsliste stößt auf breite Anerkennung. Einmal von der Praxis oder dem Apothekenpersonal befüllt, ermöglicht diese unter anderem, Kreuzmedikationen zu verhindern. Ein Vorteil, den vor allem ältere Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige nicht mehr missen wollen, berichtet ein niedergelassener Arzt aus der Modellregion Hamburg gegenüber der gematik. Dies gehe mittlerweile sogar so weit, dass Ärztinnen und Ärzte noch im Behandlungszimmer auf eine bereits bestehende (teil)befüllte ePA hingewiesen würden. „Das müsste eigentlich in meiner elektronischen Patientenakte stehen.“ An dieser Stelle beginnt die Krux. Innerhalb einer Praxis, eines Praxisverbunds oder einer Klinik funktioniere der Datenaustausch einwandfrei, berichtet ein Hausarzt aus Nürnberg. Interessant würde es dann, wenn die Patienten im Vorfeld andere Ärzte konsultiert hätten, welche bislang noch nicht mit der ePA arbeiten oder eine andere Softwaresuite zum Befüllen der Akte verwenden. Dann müsse man die Befunde und Diagnosen zunächst anfordern und manuell in das System einpflegen, was wiederum zu einer erheblichen Mehrarbeit und Produktivitätsminderung des Praxisteams führe.

Bundesweiter Rollout?

Es ist weniger eine Frage ob, sondern vielmehr wann die elektronische Patientenakte allen gesetzlich Versicherten in Deutschland zur Verfügung steht. In den Augen der Krankenkassen beispielsweise kann es gar nicht schnell genug gehen. Auch viele Patientinnen und Patienten freuen sich schon auf diesen bedeutenden Digitalisierungsschritt der Gesundheitsversorgung. Insbesondere Protokollpflichten sowie Unklarheiten rund um die Notwendigkeit der redundanten Datenspeicherung beschäftigen – nach Angaben des bvitg – zahlreiche Leistungserbringer. Nach Ansicht des Bundesverbands wäre ein intensive Aufklärungskampagne vonseiten der gesetzlichen Krankenkassen notwendig, sodass sämtliche Unklarheiten ausgeräumt werden könnten. Derartige Schritte müssten allerdings sehr zeitnah geschehen, da der bundesweite Rollout – zumindest in den Augen des BMG – in wenigen Wochen vollzogen werden soll.

(ID:50375999)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung