Wie sieht die Zukunft der Medizin aus?

Gestatten, mein Name ist Dr. KI

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Das System arbeitet präziser als jeder Mensch, immerhin filtert es das natürliche Zittern der Hand heraus. Zudem ist es völlig egal, wo der Operateur sitzt, solange es eine stabile Internet-Verbindung gibt. Nutzen die Medizinerinnen und Mediziner dann noch eine Virtual-Reality-Brille, haben sie einen viel besseren Blick auf das Geschehen, als es mit dem bloßen Auge oder über ein herkömmliches Kamerabild möglich wäre. Mit Hilfe von Virtual oder Augmented Reality kann das Echtbild sogar mit Daten aus Scans abgeglichen werden, um die Schnitte zu präzisieren. Technologie verbessert darüber hinaus die Qualität der Versorgung in der „goldenen Stunde“ nach einem medizinischen Notfall, was einen großen Einfluss auf die Prognose der Patientinnen und Patienten hat.

Dank 5G-Konnektivität können wichtige Daten bereits vorab zwischen Krankenwagen und aufnehmender Klinik ausgetauscht werden, um so lebenserhaltende Maßnahmen, Operationssäle, Personal und notwendige Medikamente zu koordinieren.

Digitaler Zwilling funktioniert nur mit Massen an Daten

Ein weiterer Technologietrend, der das Gesundheitswesen revolutionieren könnte, ist der „Digitale Zwilling“. Mit Hilfe eines virtuellen Abbilds des menschlichen Körpers beziehungsweise einzelner Organe können Ärztinnen und Ärzte bereits vor dem ersten Schnitt die Erfolgsaussichten eines chirurgischen Eingriffs abschätzen oder die Reaktion des Patienten auf eine Therapie simulieren. Auch hier ist der Einsatz modernster Technologien unabdingbare Voraussetzung. Gleichzeitig kommt es darauf an, Daten aus den unterschiedlichsten Quellen wie bildgebenden Scans, Labortests, elektronischen Krankenakten oder tragbaren Überwachungsgeräten zusammenzuführen.

Für ein besseres digitales Abbild ist das System zudem auf Informationen aus empirischen Quellen wie historischen Patientendaten angewiesen. All diese Daten brauchen eine übergreifende IT-Infrastruktur, die die Übertragung, Analyse, Visualisierung und das Reporting ermöglicht. Und sie verlangen nach einer Standardisierung und Interoperabilität, damit alle Beteiligten darauf zugreifen können. Die stecken derzeit aber noch in den Kinderschuhen.

Gesundheit ist ein Menschenrecht, auf das alle Bürgerinnen und Bürger Anspruch haben. Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung und den dadurch steigenden Kosten für die medizinische Versorgung wächst die Gefahr, dass das bisherige System ins Wanken gerät. Umso wichtiger ist ein weiteres Voranschreiten der Digitalisierung im Gesundheitswesen, damit die Verantwortlichen die Herausforderungen, vor denen fast alle Gesundheitssysteme der westlichen Welt stehen, angehen können.

Natürlich ist die IT keineswegs die Lösung für alle Probleme: Weder schließen Pflege-Roboter die klaffende Personallücke in der medizinischen Versorgung noch hebt die Digitalisierung die schlechten Rahmenbedingungen auf. Viele Kliniken gerade in ländlichen Regionen müssen beispielsweise nach wie vor ohne schnelles Internet auskommen. Eine telemedizinische Versorgung, die auf eine rasche Übertragung großer Datenmengen angewiesen ist, wird dadurch ausgebremst.

Aber auch föderalistische Strukturen erschweren oftmals ein schnelles Vorankommen. So sind im Prinzip alle Krankenhäuser dazu gezwungen, dringend notwendige Modernisierungsmaßnahmen in Eigenregie durchzuführen. Beispielsweise muss jeder sein eigenes Krankenhausinformationssystem hosten, was viele Einrichtungen angesichts kleiner IT-Teams und knappen Budgets vor enorme Herausforderungen stellt. Deshalb sind alle Beteiligten des Gesundheitswesens gefordert, so schnell wie möglich die grundlegenden Hausaufgaben zu erledigen. Dann stellt sich vielleicht irgendwann sogar Dr. KI vor.

Marten Neubauer
Field Director Healthcare bei Dell Technologies in Deutschland

Bildquelle: Dell Technologies

(ID:49585835)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung