Dr. Markus Leyck Dieken im Interview

„Stehen vor wegweisenden Entwicklungen“

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Und noch ergänzend zur ePA: In den vergangenen Wochen wurden bereits wichtige Eckpunkte für das Konzept in Workshops mit den Gesellschaftern sowie Fachgesellschaften und Berufsverbänden diskutiert und erarbeitet. Diese werden nun in einem Fachkonzept ausformuliert und mit Patientenvertretern und der Industrie abgestimmt. Wir befinden uns aktuell also auf einem sehr guten Weg. Wichtig ist es dennoch, Vorbehalte weiter abzubauen. Viele Kritiker kennen die aktuellste Software noch gar nicht. Wir arbeiten daran, dass in den Praxissystemen bald wenige Klicks ausreichen werden, um Befunde hochzuladen. Und letztlich erspart es gerade Ärzten sehr viel Zeit, wenn der Kollege zuvor die Befunde im System hochgeladen hat und so schnell auf Befunde zurückgegriffen werden kann. Schließlich sind frühere Untersuchungsergebnisse für den behandelnden Arzt immer ein großer Gewinn. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass mit der ePA für alle ein wichtiger und richtiger Schritt gegangen wird, sowohl für die Ärzteschaft als auch für die Patientinnen und Patienten.

Damit die ePA ihre volle Wirkung entfalten kann, ist es wichtig, dass wirklich alle Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeheime an die TI angeschlossen sind. Wie planen Sie auch die aktuellen Verweigerer ins Boot zu holen?

Leyck Dieken: Der Index zur TI-Readiness, den wir zuletzt Ende 2022 aktualisiert haben, zeigt deutlich, dass bei der Entwicklung zur Nutzung der Anwendungen und Dienste der Telematikinfrastruktur wichtige Schritte nach vorn gemacht wurden. So ist seinerzeit bei Zahnarztpraxen, Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und Psychotherapeuten die „volle TI-Readiness“ insgesamt um über 26 Prozentpunkte angestiegen. Hinzu kommt, dass Pflegeeinrichtungen und Rehabiliationseinrichtungen nun schrittweise ebenfalls an die TI angeschlossen werden. Erste Gesundheitsämter haben übrigens auch ihr Interesse bekundet. Die Zahl der Verweigerer ist bereits heute sehr gering und sicherlich wird die große Anzahl von Akteuren, die bereits an die TI angeschlossen ist und von den Vorteilen digitaler Anwendungen wie KIM oder der ePA profitiert, auch eine Wirkung auf diejenigen haben, die aktuell noch zweifeln.

Zum Jahreswechsel soll auch das eRezept endlich verpflichtend werden. Wie realistisch ist dieser Plan? Soll es bis dahin auch einfachere Wege geben das Rezept medienbruchfrei einzulösen? Die Usability ist immerhin entscheidend für die Akzeptanz entsprechender Anwendungen.

Leyck Dieken: Seit dem Beschluss der Gesellschafter vom August 2022 wird die Entwicklung eines weiteren Einlöseweges für das eRezept mittels eGK vorangetrieben. Wir erwarten die Umsetzung dazu zur Mitte des Jahres 2023. Der Einlöseweg via eGK wird ein wichtiger Baustein für die Akzeptanz des eRezeptes sein und auch den Weg für ein medienbruchfreies Einlösen von eRezepten in der Apotheke ebnen. In Kombination mit den Erfahrungen und Verbesserungen aus den vergangenen Monaten, und den weiteren zur Verfügung stehenden Einlösewegen, sehen wir sehr zuversichtlich dem bundesweiten Start des eRezepts entgegen.

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