Digitalisierung für die Pflege nutzen Bayern bündelt Pflegeinitiativen in neuer HighCare Agenda

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Gut 31 Millionen Euro will das Gesundheitsministerium in die Hand nehmen, um die Pflege im Freistaat zukunftssicher aufzustellen. Die Mittel: Digitalisierung und KI. Die HighCare Agenda soll bestehende Initiativen bündeln und koordinieren – mit einem Kompetenzcluster, einer Forschungsoffensive und dem „Digitalpakt Pflege“.

Judith Gerlach, Bayerns Ministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention: „Bürokratieabbau durch Digitalisierungsausbau“.(© StMD / Anne Hufnagl)
Judith Gerlach, Bayerns Ministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention: „Bürokratieabbau durch Digitalisierungsausbau“.
(© StMD / Anne Hufnagl)

Die Menschen werden älter, Pflegefachkräfte weniger – allein in Bayern werde die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit rund 580.000 auf mindestens 820.000 bis zum Jahr 2050 steigen, konstatierte Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach. Die Pflege sei eine der „Schicksalsfragen unserer Zeit“, so die Ministerin, „und wir wollen die Werkzeuge der Digitalisierung bestmöglich in der Pflege nutzen.“

Dazu stellte sie einen Maßnahmenplan vor, der gemeinsam mit rund 40 Vertretern der Gesundheits- und Pflegewirtschaft, der Wissenschaft, der Verbände der Leistungserbringer und Leistungsträger sowie Vertreterinnen und Vertretern pflegender Angehöriger und Pflegebedürftiger erarbeitet wurde. Diese „HighCare Agenda" steht unter dem Motto „Pflege für morgen – selbstbestimmt, ganzheitlich, generationengerecht, regional verfügbar und digital unterstützt“. Mit Digitalisierung, KI und Zukunftstechnologien soll die Pflege fit gemacht werden, dafür will das Ministerium bis 2029 rund 31 Millionen Euro investieren. Der Freistaat startet dabei keineswegs bei null, schon Gerlachs Vorgänger im Amt, Klaus Holetschek, setzte einen Schwerpunkt bei der Pflege. So kann etwa auf Erkenntnissen aus den Projekten von DeinHaus 4.0 und CARE REGIO aufgebaut werden, um Sensorik und Monitoring der Vitalfunktionen im häuslichen Umfeld zu nutzen und weiterzuentwickeln. Auch der bereits etablierte „Pflegefinder“ soll weiterentwickelt und „mittelfristig zu einer zentralen, digitalen Informationsplattform im Bereich der Betreuung und Versorgung von Pflegebedürftigen“ werden.

Weitere Maßnahmen sind auf die Unterstützung der Pflegeheime ausgerichtet, dazu gehören

  • WLAN-Zugänge im Rahmen der 100-Prozent-WLAN-Strategie,
  • eine Kampagne, um digitale Pflege-Tools bekannter zu machen: Pflegende und Pflegebedürftige sollen mit Musterpflegeheimen und mobilen Pflege-Labs innovative Pflegetechnik kennenlernen.
  • Mit einem Förderwettbewerb soll die Entwicklung KI-basierter Softwarelösungen für die Pflegedokumentation unterstützt werden, um den Dokumentationsaufwand zu reduzieren: „Bürokratieabbau durch Digitalisierungsausbau“.

Kompetenzcluster und Forschungsoffensive

Bayern sei bereits auf einem sehr guten Weg, so Gerlach: „Wir müssen für die Pflege für morgen aber die parallel laufenden Initiativen koordinieren, Wissen sammeln und Kräfte bündeln.“ Umgesetzt werden soll das durch den Aufbau des „Kompetenzclusters innovative Pflege“ (KiPf) am Zentrum für Telemedizin (ZTM) e.V. in Bad Kissingen.

Parallel startet auch die „Bayerische Forschungsinitiative Pflegetechnik“ (FiPtec) beim Bayerischen Zentrum Pflege Digital an der Hochschule Kempten – eine Forschungsoffensive im Verbund mit den bayerischen Hochschulen und Universitäten mit pflegewissenschaftlicher Ausrichtung zur „guten Pflege für morgen“, wie Gerlach weiter informierte: „Diese Forschungsoffensive verbessert das Wissen über Technologien in der Pflege, koordiniert die entsprechenden Forschungsschwerpunkte und sorgt zusammen mit dem KiPf dafür, dass die Forschungsergebnisse auch in der pflegerischen Praxis ankommen können.“

Ein Ökosystem für Pflegetechnologie

Die Ministerin lud zudem „alle relevanten Vertreterinnen und Vertreter aus der bayerischen Pflegebranche“ zum „Digitalpakt Pflege“ ein: Unterzeichner könnten sich freiwillig verpflichten, die Umsetzung der HighCare Agenda zu unterstützen und sich dafür einsetzen, dass die geplanten Maßnahmen umgesetzt und die Mittel dafür auch abgerufen würden. Hier biete sich die Chance, „Teil eines bayerischen Ökosystems für Pflegetechnologie zu werden und so die Pflege von morgen in Bayern und für Bayern mitzugestalten“, so Gerlach.

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