Studie Die Chancen der Digitalisierung für DMP im Praxisalltag

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Wie stehen Ärzte und Patienten zum Disease-Management-Programm (DMP)? Dieser Frage geht eine aktuelle Studie der gematik nach, welche die Vor- und Nachteile sowie die Potenziale der Digitalisierung für das DMP im Praxisalltag beleuchtet.

Hausärzte gaben an, dass über 80 Prozent ihrer Diabetes-Patienten im DMP eingeschrieben sind, wohingegen es in den diabetologischen Praxen sogar 89 Prozent sind. (©  hanif – stock.adobe.com / KI-generiert)
Hausärzte gaben an, dass über 80 Prozent ihrer Diabetes-Patienten im DMP eingeschrieben sind, wohingegen es in den diabetologischen Praxen sogar 89 Prozent sind.
(© hanif – stock.adobe.com / KI-generiert)

Das Disease-Management-Programm (DMP) soll die Behandlung von chronisch kranken Menschen verbessern. Darunter fallen z. B. Menschen mit Diabetes, Brustkrebs, Asthma oder Depressionen. Doch welche Probleme bestehen aktuell beim Einsatz von DMP? In der aktuellen Studie der gematik wurden sowohl Ärzte als auch Patienten dazu befragt.

Für die Studie „Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes mellitus Typ 2 im Praxisalltag“ wurden etwa 320 Ärzte und Ärztinnen sowie 320 Personen mit Diabetes in Deutschland befragt. Die Onlinebefragung fand einmal im November und einmal im Dezember 2023 statt. Darin bewerteten die meisten Teilnehmer das DMP positiv:

  • 84 Prozent stimmten für eine gute Aufklärung und Hilfestellung.
  • 77 Prozent gaben an, ihre Blutzuckerwerte besser kontrollieren zu können.
  • 73 Prozent stimmten der Aussage zu, dass DMP genau auf ihre Behandlung zugeschnitten sei.
  • 65 Prozent waren für einen verbesserten Umgang mit der Erkrankung.

Nur ein Prozent der Teilnehmer empfanden den Gesamtnutzen als äußerst negativ. Neben den Vorteilen, die das Disease-Management-Programm bietet, wurden auch aktuelle Herausforderungen beleuchtet. Zum Beispiel äußerten die Mediziner vor allem Kritik an der analogen Kommunikationsform mit den Krankenkassen.

  • 34 Prozent gaben Probleme bei der Einschreibung an: Doppeleinschreibung und verlorene Patientendaten ergeben sich aus den teils analogen Prozessen.
  • 51 Prozent wurden dagegen nicht einmal zeitnah oder vollständig über eine erfolgreiche Einschreibung informiert.
  • 54 Prozent haben Schwierigkeiten bei der Abfrage des DMP Status von Patienten.

Diese Daten verdeutlichen, dass digitale Prozesse vieles vereinfachen würden – und dieser Meinung sind auch Mediziner: Denn etwa 83 Prozent der Ärzte und Ärztinnen aus Hausarzt- und diabetologischen Praxen waren für eine Digitalisierung der Einschreibung ihrer Patienten. Lediglich 15 Prozent stimmten dem nicht zu, und 2 Prozent waren sich nicht sicher.

Aber auch die Kommunikation unter der Ärzteschaft gestaltet sich für mehr als die Hälfte der Befragten schwierig. Eine Lösung hierfür bietet bereits die Schnittstelle über den E-Mail-Dienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) oder der TI-Messenger. Auch mit der kommenden „ePA für alle“ wird es im nächsten Jahr transparenter: Die ePA wird im Laufe des nächsten Jahres um die Online-Medikationsliste erweitert.

Die Umfragen ergaben weiterhin, dass einige Prozesse immer noch zeitverzögert stattfinden, wie beispielsweise die Übertragung des DMP Status in die Stammdaten. Auch eine Neuanmeldung nach einem Kassenwechsel wurde in 68 Prozent der Fälle nicht berücksichtigt. Eine weitere Hürde: Bei 60 Prozent der Befragten kam eine Rückmeldung der Krankenkasse erst sechs Monate später an. Deshalb wünschen sich fast alle befragten Patienten zumindest eine elektronische Zusendung ihrer Befunde.

  • 92 Prozent der Patienten möchte einen digitalen Austausch mit ihren Ärzten.
  • 88 Prozent sind offen für die technologischen Innovationen.
  • 87 Prozent wünscht sich die Speicherung ihrer medizinischen Daten an einem Ort.

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