Ausblick Die Medtech-Trends 2024

Von Chiara Maurer 2 min Lesedauer

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Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und steigenden Preisen kämpft auch die Medizintechnikbranche mit Kosten und neuen Herausforderungen. Doch in der Krise zeigen sich auch Chancen: von strategischem Outsourcing über Künstliche Intelligenz bis zu nachhaltigen Praktiken. Erfahren Sie, wie sich die Branche anpasst und welche Innovationen 2024 den Weg ebnen.

Womit kann die MedTech-Branche in diesem Jahr rechnen?(©  shutterstock/PopTika)
Womit kann die MedTech-Branche in diesem Jahr rechnen?
(© shutterstock/PopTika)

Das neue Jahr startet für den Medizintechnikmarkt mit düsteren Aussichten. Wirtschaftskrise, Inflation und steigende Preise werfen einen langen Schatten auf die Branche. Das Healthcare und Life Sciences-Team beim EMS-Anbieter Plexus beleuchtet deswegen Treiber, Trends und Tücken für 2024.

1. Kosteneffizienz

Wie in vielen Branchen setzt der enorme Kostendruck auch der Medizintechnik in Deutschland zu. Trotz positiver Umsatzerwartungen reichen die Zahlen noch nicht an die in den Jahren vor der Pandemie heran. Deindustrialisierung und Kosteneffizienz rücken zurück auf die Top-Eins-Priorität der Hersteller-Agenda.

2. Outsourcing

In der Kostenkrise wird Outsourcing zur strategischen Überlebensfrage. Hersteller werden verstärkt Entwicklung, Fertigung und Supply Chain auslagern, um flexibler und schneller im Wettbewerbsumfeld agieren zu können. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen wird diese Strategie zur Grundvoraussetzung. Die Folge bilden jedoch neue Herausforderungen wie etwa steigende Bedarfe an Daten- und Cybersicherheit sowie die Überwachung von Qualitäts- und Compliance-Standards aus der Ferne.

3. Supply Chain

Die Supply Chain zeigt eine Erholung, doch bürokratische Herausforderungen bleiben. Zwar sorgen Lieferengpässe wohl auch in diesem Jahr noch für Ärgernisse, jedoch wird eine radikale Neuausrichtung voraussichtlich nicht mehr nötig sein. So signalisiert etwa die Halbleiterbranche eine Stabilisierung.

Ab 2024 greift in Deutschland außerdem das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, und auch auf EU-Ebene wird ein strengeres Gesetz erwartet.

4. Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz gewinnt auch in der Medizintechnik an Bedeutung. Rechtliche Rahmenbedingungen sind jedoch noch lückenhaft. Medtech-Hersteller müssen eine KI-Strategie entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. KI, deren Technologie auch über Chatbots wie etwa ChatGPT hinausgeht, beeinflusst nicht nur Produktinnovationen, sondern auch Fertigung, Entwicklung und die gesamte Supply Chain.

5. Der soziale, ökonomische und ökologische Fußabdruck

Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales Thema in der Medizintechnik, doch der Fokus verschiebt sich. Unternehmen setzen vermehrt auf Dekarbonisierung im gesamten Produktlebenszyklus, von energieeffizientem Design bis zur Kreislaufwirtschaft. Nachhaltigkeit wird zur Norm, nicht mehr zum Alleinstellungsmerkmal.

6. Gesetze und Verordnungen:

Der bürokratisch-regulatorische Druck steigt weiter. Neben der Umsetzung der EU Medizinprodukteverordnung (MDR) kämpfen Medtech-Hersteller mit komplexen Übergangsbestimmungen. Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) könnte jedoch durch die Reduzierung von Hürden bei der Datennutzung Erleichterungen bringen und einen Innovationsschub auslösen.

2024 – Zeit für langfristige Weichenstellungen

Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen bieten sich Chancen für die Medizintechnikbranche im Jahr 2024. Strategisches Outsourcing, Anpassungen in der Supply Chain, gezielte KI-Integration und nachhaltige Praktiken bieten Potenziale, die auch über das Jahr 2024 hinaus nachhaltig den Weg für eine erfolgreiche Zukunft ebnen.

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