Telematikinfrastruktur 2.0

Eine neue Ära der vernetzten Gesundheitsversorgung

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Technische Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Umsetzung dieser vielfältigen Anforderungen ist für die Entwickler der TI 2.0 äußerst komplex. Eine der größten Herausforderungen liegt in der Schaffung einheitlicher Standards für den Datenaustausch zwischen den verschiedenen Berufsgruppen und Systemen. Die konsequente Umsetzung internationaler Standards wie HL7 FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) könnte hier den Durchbruch bringen.

Die Erweiterung des Nutzerkreises der TI erhöht zudem die Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit. Hier sind robuste Verschlüsselungstechnologien und ein granulares Berechtigungsmanagement unerlässlich. Zero-Trust-Architekturen stellen einen vielversprechenden Ansatz dar, um die Sicherheit in einem erweiterten Netzwerk zu gewährleisten. Dieses Konzept geht davon aus, dass keinem Nutzer und keiner Komponente im Netzwerk automatisch vertraut wird, sondern jeder Zugriff separat authentifiziert und autorisiert werden muss. Dies reduziert das Risiko von Datenlecks und unbefugten Zugriffen. Die gematik geht davon aus, dass Ende 2025 erste Produktivanwendungen auf Zero-Trust-Architektur (ZTA) aufgebaut und erste zentrale ZT-Dienste entwickelt sein werden. Im darauffolgenden Jahr wird es dann eine schrittweise Umstellung weiterer Anwendungen auf Zero-Trust sowie einen Rückbau der alten TI 1.0 geben.

Eine weitere zentrale Herausforderung liegt in der Gestaltung benutzerfreundlicher Schnittstellen, die von allen Berufsgruppen intuitiv bedient werden können. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Endnutzern in einem iterativen Designprozess. Besonderes Augenmerk muss auf die Entwicklung von mobilen Anwendungen gelegt werden, die den Anforderungen des Praxisalltags gerecht werden. Hier könnten Benutzeroberflächen, die sich an die spezifischen Bedürfnisse und Präferenzen der jeweiligen Berufsgruppe anpassen, eine Lösung darstellen.

Mit der Einbindung neuer Nutzergruppen wird das Datenvolumen in der TI erheblich ansteigen. Die zugrundeliegende Infrastruktur muss daher hochskalierbar und leistungsfähig sein. Cloudbasierte Lösungen könnten hier eine vielversprechende Option darstellen, um Flexibilität und Skalierbarkeit zu gewährleisten. Hybride Cloud-Modelle, die sensitive Daten lokal speichern und weniger kritische Informationen in der Cloud verarbeiten, wären dabei ein ausgewogener Ansatz zwischen Datenschutz und Leistungsfähigkeit. Ebenfalls zu berücksichtigen sind hierbei die Serverstandorte der einzelnen Services, da diese ausschlaggebend für die jeweilige Rechtslage sind.

Auf der nächsten Seite: Umsetzungsstrategien & Ausblick.

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