Bayern Neue Förderrunde für Long-COVID-Forschung

Von Nicola Hauptmann

In Bayern startet in Kürze die neue Bewerbungsrunde für Forschungsprojekte zu Long COVID. Fünf Millionen Euro will die Staatsregierung zur Förderung dieser Projekte bereitstellen.

Weltweit leiden mindestens 65 Millionen Menschen unter Long Covid, die derzeitigen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten sind unzureichend
Weltweit leiden mindestens 65 Millionen Menschen unter Long Covid, die derzeitigen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten sind unzureichend
(Bild: Zerbor– stock.adobe.com)

Bayern wird die Versorgungsforschung zu Corona-Langzeitfolgen im Haushaltsjahr 2023 mit fünf Millionen Euro fördern. Forscher und Einrichtungen der medizinischen Wissenschaft können sich dafür mit ihren Projekten bewerben, der Förderaufruf werde zeitnah erfolgen, versprach das Ministerium.

„Von Januar 2021 bis Ende Juni 2022 wurden nach Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns allein im Freistaat knapp 400.000 Menschen mit der Diagnose Post- oder Long-COVID-Syndrom ambulant erstversorgt“, erklärt der bayerische Gesundheitsminister Holetschek. Long COVID werde das Gesundheitssystem auch über die Corona-Pandemie hinaus noch lange beschäftigen, jeder Euro für die Forschung sei daher gut investiert.

Bayern hatte eine erste Förderinitiative bereits im Herbst 2021 gestartet, früher als der Bund, wie Holetschek betont. „Wir hatten damals deutlich mehr Anträge vorliegen, als wir fördern konnten“, so der Gesundheitsminister. Insgesamt seien 25 Anträge mit einem Fördervolumen von zusammen 19 Millionen Euro eingegangen. Davon werden sieben Projekte unterstützt, die Förderungen laufen im ersten Halbjahr 2023 aus.

Multidisziplinäre Teams und KI

Mit der Förderung sollen insbesondere die Vernetzung der Akteure und der Wissenstransfer unterstützt sowie neue Versorgungsmodelle erprobt werden. Dementsprechend zeichnen sich die Projekte durch multidisziplinäre Zusammenarbeit und innovative Ansätze aus.

So arbeiten etwa im Projekt disCOVer unter Leitung des Universitätsklinikums Erlangen das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, das Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin, das Helmholtz Zentrum München sowie fünf weitere Zentren und zwei Rehabilitationseinrichtungen an der Entwicklung eines Diagnose-Algorithmus. Damit sollen Long-Covid-Erkrankte einer von drei Subgruppen zugeordnet werden, um sie dann spezifisch behandeln zu können: mit Rehabilitation, Booster-Impfung oder dem neuen Long-Covid-Wirkstoff BC 007. Vorgesehen ist die Auswertung der erfassten Daten mittels statistischer Analysen und künstlicher Intelligenz – für eine objektive und automatisierte Diagnose. Zudem sollen die Therapiekonzepte evaluiert werden.

Derzeit werden folgende Projekte gefördert:

  • Post-COVID Kids Bavaria: Zwei Projekte zu Langzeiteffekten von Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen
  • Post-COVIDLMU sektorenübergreifende Behandlung und Erforschung von komplexen und schweren Post-COVID-Fällen bei Erwachsenen
  • disCOVer: Entwicklung eines diagnostischen Algorithmus zur Klassifikation
  • ReLoAd after COVID-19-Study: untersucht, wie sich ein nach dem jeweiligen Hauptsymptom ausgerichtetes Rehabilitationsprogramm auf die Lebensqualität der Behandelten auswirkt
  • ASAP: Entwicklung eines Behandlungspfads für Erwachsene im Erwerbsalter mit mehreren komplementären, sektorenübergreifende Versorgungskomponenten sowie
  • Integrative Medizin und Naturheilkunde in der Behandlung des Post-COVID-Syndroms

Beschreibungen der aktuellen Projekte sind auf den Webseiten des StMGP und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hinterlegt.

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