zukunft.niedersachsen KI und Medizin – Niedersachsen möchte die Zukunft gestalten

Von Johannes Kapfer 3 min Lesedauer

Verbesserte Gesundheitsversorgung, Stärkung von personalisierter Medizin und zukunftsfähig. Das Land Niedersachsen finanziert ein neues Forschungszentrum für die Anwendung von KI im Healthcare-Bereich.

Im medizinischen Sektor spielt KI eine zunehmend große Rolle. Grundlagenforschung in diesem Bereich ist bislang allerdings noch nicht im großen Stil durchgeführt worden.(©  Alexander Limbach - stock.adobe.com)
Im medizinischen Sektor spielt KI eine zunehmend große Rolle. Grundlagenforschung in diesem Bereich ist bislang allerdings noch nicht im großen Stil durchgeführt worden.
(© Alexander Limbach - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung der Lebenswissenschaften eröffnet neue Möglichkeiten zur Bewältigung von Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Alzheimer. CAIMed setzt auf die Verknüpfung von Forschungsdaten und Daten der Patientenversorgung, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und kausalen Methoden in der Medizin. Dieser Ansatz verspricht eine effizientere Prävention, Diagnostik, Therapie sowie ein nachhaltiges Monitoring des therapeutischen Erfolgs. Die medizinischen Schwerpunkte werden dabei auf der Onkologie, Herz-, Kreislauf- und Lungenmedizin sowie der Infektionsmedizin liegen.

In Niedersachsen entsteht ein neues Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und kausale Methoden in der Medizin (CAIMed), in Zusammenarbeit von Informatik- und Medizinexperten aus Hannover, Göttingen und Braunschweig. Über einen Finanzierungsschub von 15 Millionen Euro aus dem gemeinsamen Programm „zukunft.niedersachsen“ vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung wird CAIMed in den nächsten fünf Jahren Methoden und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz entwickeln.

Im Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS) wird im Rahmen von CAIMed die Nachwuchsgruppe „Mathematische Modelle in der Medizin“ entstehen. Das Ziel ist es, mit mathematischen Methoden das Verständnis von Mechanismen in den Lebenswissenschaften und bei der Entstehung von Krankheiten zu vertiefen. Prof. Michael Meyer-Hermann, Leiter der HZI-Abteilung „System-Immunologie“, in der die neue Nachwuchsgruppe angesiedelt sein wird, betont: „In CAIMed werden wir Wissen aus verschiedensten Quellen zusammentragen, synthetisieren und verfügbar machen. Dieses Wissen wird neue Zusammenhänge in den Lebenswissenschaften aufdecken und zu einer verbesserten medizinischen Versorgung von Patienten führen.“

„Wir müssen die Technologie beherrschen“

Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, hebt die fach- und methodenübergreifende Vernetzung der niedersächsischen Forschung hervor und betont, dass durch die Anwendung von Methoden der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens neue Impulse für eine moderne, zunehmend personalisierte Medizin gesetzt werden sollen. Das Ziel sei es, insbesondere Patienten mit Volkskrankheiten neue Heilungsperspektiven zu eröffnen.

„Um die Chancen der künstlichen Intelligenz zu nutzen, müssen wir die Technologien beherrschen und weiterentwickeln.“ Der CAIMed-Verbund bringe dazu die Expertise von unterschiedlichen Standorten zusammen. „Gemeinsam können wir es schaffen, Niedersachsen sichtbar auf der Landkarte der KI-Forschung zu platzieren und so Talente aus aller Welt für uns zu gewinnen“, sagt Dr. Georg Schütte, Generalsekretär der VolkswagenStiftung.

Professor Dr. Wolfgang Nejdl, Sprecher von CAIMed, unterstreicht die Bedeutung des Forschungszentrums als Antwort auf dringende Herausforderungen der globalen Gesundheitsversorgung. Die Vernetzung und Stärkung exzellenter niedersächsischer Standorte der methodischen KI-Forschung, datenintensiven Medizin, Medizininformatik und medizinischen Grundlagenforschung schaffe einen einzigartigen Leuchtturm für die Forschung zur Künstlichen Intelligenz und Personalisierten Medizin.

„Unsere Forschungstätigkeiten zielen darauf ab, mit Hilfe von KI die Entscheidungsfindung und Therapie in der Behandlung von Patienten zu verbessern. Damit wird die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems in Zukunft maßgeblich erhöht“, betont Professor Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen.

Getragen wird das Zentrum von Wissenschaftlern des Forschungszentrums L3S an der LUH, der Medizinischen Hochschule Hannover, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, der Technischen Universität Braunschweig sowie der Georg-August-Universität Göttingen / Campus Institut Data Science (CIDAS) und der Universitätsmedizin Göttingen. Mit CAIMed wird Niedersachsen somit nicht nur auf der Landkarte der KI-Forschung sichtbar, sondern beschreitet darüber hinaus neue Wege in der Zukunft der personalisierten Medizin und einer grunsätzlich verbesserten Gesundheitsversorgung.

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