Heute startet der bundesweite Rollout des eRezepts. Der erste Anlauf, die Anwendung zum Jahreswechsel einzuführen, war im letzten Moment vom Bundesgesundheitsministerium gestoppt worden. Die Ergebnisse der Testphase waren zu diesem Zeitpunkt nicht aussagekräftig. Im Juli teilte die Gematik dann jedoch mit, dass insgesamt 33.506 elektronische Rezepte von den Krankenkassen abgerechnet wurden und damit ein entscheidendes Qualitätskriterium für den Rollout erfüllt sei. „Dieser Meilenstein ebnet den Weg, damit die erste Stufe zur verbindlichen Einführung des eRezepts ab September starten kann“, erklärte damals Dr. Susanne Ozegowski, Leiterin der Abteilung „Digitalisierung und Innovation“ des Gesundheitsministeriums.
Ganz so glatt, wie es im ersten Moment scheinen mag, lief es allerdings auch im zweiten Anlauf nicht: Eigentlich sollten sowohl Westfalen-Lippe als auch Schleswig-Holstein zum 1. September mit der Rollout beginnen – bereits Ende Mai hatte man sich bei der Gesellschafterversammlung schließlich auf eine schrittweise Einführung geeinigt –, doch noch vergangene Woche verkündete die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein ihren Ausstieg vom Einstieg. „Sobald es digitale Wege gibt, die eRezepte alltagstauglich für Patienten und Praxen machen, werden wir uns intensiv wieder einschalten“, teilten die Verantwortlichen mit.
Eigentlich wollte Schleswig-Holstein die Übermittlung des eRezepts mittels SMS- und eMail-Verfahren testen. Die Datenschutzbehörde des Landes hatte dies allerdings als nicht datenschutzkonform ausgelegt.
Als die KVSH ihren Ausstieg erklärte, standen demnach lediglich zwei Verfahren zur Verfügung, um die digitale Verschreibung einzulösen:
1. Der Papierausdruck: Statt des altbekannten „rosa Zettels“ erhalten die Patienten und Patientinnen in diesem Fall einen Papierausdruck mit einem QR-Code, den sie in der Apotheke vorlegen können.
2. Die E-Rezept-App: Über eine spezielle App der Gematik können Patienten nicht nur Rezepte empfangen, sie können sie auch direkt an ihre Wunschapotheke senden und Medikamente dort vorbestellen. Dafür benötigen sie jedoch die neue NFC-fähige Gesundheitskarte (eGK) sowie ein NFC-fähiges Smartphone.
Der erste Weg ist somit wenig digital, der zweite aufgrund einiger Hürden – etwa dem Verzug bei der Ausgabe der eGK durch den Chipmangel oder zu hohen technischen Voraussetzungen – kaum genutzt. Am 29. August hat die Gesellschafterversammlung der Gematik daher den Weg für eine dritte Option geebnet: das Einlösen des eRezepts mit der elektronischen Gesundheitskarte.
Die Spezifikationen für die Lösung sollen voraussichtlich Anfang September Fachportal der Gematik veröffentlicht werden:
Eine „komfortable und praxistaugliche Lösung“ für Versand- und Onlineapotheken und deren Kunden werde derzeit eruiert.
Apotheken gut vorbereitet
Egal, wie das eRezept eingelöst werden soll, 11.000 Apotheken sind deutschlandweit bereits „eRezept-ready“. „Die Apothekerinnen und Apotheker bereiten sich seit Monaten intensiv und mit größtem Engagement auf das eRezept vor. Sie sehen darin die Chance, ihre Patientinnen und Patienten schneller, sicherer und komfortabler versorgen zu können“, weiß auch Gabriele Regina Overwiening. Die ABDA-Präsidentin ergänzt jedoch: „Die technischen, personellen und organisatorischen Herausforderungen haben viele Apotheken aber auch an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Deshalb kommt es nun darauf an, dass alle Beteiligten gemeinsam daran arbeiten, dass das eRezept verlässlich im Versorgungsalltag ankommt.“
Welche Hürden das genau waren, ergab eine repräsentative Umfrage unter 500 Apothekenleiterinnen und -leitern, die vom Meinungsforschungsinstitut Marpinion im Auftrag der ABDA durchgeführt wurde:
Schulung des Personals (45,4 Prozent),
Umstellung der Abläufe in der Apotheke (44 Prozent),
Probleme mit der technischen Ausstattung für die Telematikinfrastruktur (35 Prozent),
Sorge vor Retaxationen (34,2 Prozent) und
Defizite bei den gesetzgeberischen Vorgaben (32,4 Prozent).
Rund ein Drittel der Apotheken fühlt sich daher entweder „sehr schlecht“, „schlecht“ oder „eher schlecht“ auf die Umstellung vorbereitet. Der Großteil der Befragten (65,2 Prozent) ist jedoch positiv gestimmt. Sie sind der Meinung, entweder „sehr gut“, „gut“ oder „eher gut“ für die Änderung gerüstet zu sein.
Die nächsten Schritte
Der eRezept-Rollout startet nun also in Westfalen-Lippe und Teilen Schleswig-Holsteins. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein hatte nach reiflichen Überlegen entschieden, ihre Mitglieder trotz zahlreicher Kritikpunkte am eRezept weiter beim Einführung zu unterstützen. Bei den Zahnärzten den Landes erhalten die Patienten also ab sofort auch die digitale Verschreibung. In Westfalen-Lippe sind zum 1. September rund 250 Praxen dabei. Im Anschluss soll die Anzahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen sukzessive gesteigert werden, um die Funktionsfähigkeit des eRezepts in der Arbeitsrealität der Ärztinnen und Ärzte erproben zu können.
Die kommenden drei Monate sind daher als Testphase anzusehen. Erst wenn diese in den Augen der Gesellschafter als erfolgreich angesehen wird, wird das eRezept in den genannten Regionen verpflichtend. Zu diesem Zeitpunkt sollen dann auch sechs weitere Bundesländer mit dem Rollout beginnen. Welche das sein werden, sollte bei der vergangenen Gesellschafterversammlung entschieden werden. Noch hat die Gematik jedoch keine Details bekannt gegeben. Die restlichen acht Bundesländer folgen 2023.
Stand: 08.12.2025
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