Bayern Ministerin Gerlach setzt auf schlanke Pflegedokumentation und Digitalisierung

Von Natalie Ziebolz 2 min Lesedauer

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Bei einem Treffen mit der BRK-Präsidentin Angelika Schorer und der BRK-Landesgeschäftsführerin Dr. Elke Frank hebt Ministerin Gerlach die Bedeutung einer schlanken Pflegedokumentation hervor. Gleichzeitig betont sie die transformative Kraft der Digitalisierung, um Pflegekräften mehr Raum für ihre eigentliche Aufgabe zu ermöglichen.

Gerlach betonte die transformative Kraft der Digitalisierung, auch für Pflegekräfte. (Bild:  SKW – stock.adobe.com)
Gerlach betonte die transformative Kraft der Digitalisierung, auch für Pflegekräfte.
(Bild: SKW – stock.adobe.com)

Bei einem Treffen mit der Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuz (BRK), Angelika Schorer, und der BRK-Landesgeschäftsführerin Dr. Elke Frank betonte Gesundheitsministerin Gerlach, dass Pflegekräfte nicht unnötig viel Zeit mit bürokratischen Dokumentationspflichten verbringen sollten. „Die Pflege ist der Inbegriff von Menschlichkeit. Es darf deshalb nicht sein, dass die Pflegekräfte, die täglich so wertvolle Arbeit leisten, einen Großteil davon mit bürokratischen Dokumentationspflichten verschwenden.“

Das Landesamt für Pflege sei daher beauftragt worden, das Ziel einer schlanken Pflegedokumentation in der Langzeitpflege zu begleiten. „Es hat deshalb in diesem Jahr Besuche in Pflegeeinrichtungen durchgeführt, um überbordende Anforderungen an die Pflegedokumentation zu identifizieren – und direkt die Erfahrungen der Pflegekräfte zu sammeln“, erklärte Gerlach. Die gesammelten Erfahrungen der Pflegekräfte werden ausgewertet, und gemeinsam mit dem BRK startet im Januar ein Modellprojekt zur Reduzierung der Bürokratie in einer Pflegeeinrichtung in Buxheim.

Schorer wies dennoch auf die Notwendigkeit von Dokumentationen in der Pflege hin – auch zum Schutz der Mitarbeitenden. Sie unterstützte jedoch die kritische Überprüfung und Reduzierung von Dokumentationsaufwänden, wo sinnvoll. Auch die geplante enge Verzahnung von Medizinischem Dienst und Heimaufsicht begrüßte sie, um Doppelstrukturen zu vermeiden. „Denn klar ist: Pflegende wollen pflegen und sich nicht mit überbordender Administration beschäftigen. Hier brauchen wir wieder eine gesunde Balance zwischen der notwendigen Dokumentation – wie zum Beispiel der Anamnese – und der eigentlichen Pflegetätigkeit. Der Großteil der Arbeitszeit muss wieder der Pflege gewidmet werden können.“

Neben dem Bürokratieabbau betonte Gerlach auch die Rolle der Digitalisierung in der Pflege. Das neu initiierte Kompetenzzentrum „Pflege Digital“ beim Landesamt für Pflege soll die Digitalisierung gemeinsam mit Akteuren der Langzeitpflege sowie Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft vorantreiben. „Es geht darum, die Digitalisierung in der Pflege zu gestalten und erlebbar zu machen. Vorrangige Aufgabe des Kompetenzzentrums wird zunächst sein, die bayerischen Pflegeeinrichtungen dabei zu unterstützen, sich fristgerecht zum 01. Juli 2025 an die Telematikinfrastruktur (TI) anzubinden“, so die Ministerin. Dabei sei klar, dass Technik den Menschen in der Pflege nicht ersetzen könne, aber helfe, ihnen mehr Zeit für die Betreuung zu verschaffen.

Die Landesgeschäftsführerin des BRK, Dr. Elke Frank, fügte ergänzend hinzu: „Das BRK erkennt die Dokumentation in der Pflege als wichtiges Modul der berufs- und schichtübergreifenden Kommunikation an. Neue Möglichkeiten wie künstliche oder erweiterte Intelligenz erhalten jedoch noch nicht die notwendige politische Priorität. Die Initiativen, die Frau Staatsministerin Gerlach im Bereich der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen angestoßen hat, wünschen wir uns in abgewandelter Form auch für den Gesundheitsbereich.“

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