Definitionen Was ist die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)?

Immer mehr Krankheiten können durch den Einsatz von Medikamenten geheilt oder zumindest beherrscht werden. Umso wichtiger ist in dabei die Arzneimitteltherapiesicherheit, um den Medikationsprozess zu optimieren und Risiken zu minimieren.

AMTS schafft Sicherheit über Einnahmeanweisungen hinaus
AMTS schafft Sicherheit über Einnahmeanweisungen hinaus
(© aga7ta – stock.adobe.com)

Bei der Arzneimitteltherapiesicherheit (kurz: AMTS) handelt es sich um einen Begriff aus der Medizin und Pharmakologie. Er beschreibt ein Bündel aus Maßnahmen und Prozessen, der die sichere Anwendung von Arzneimitteln über eigentlichen Einnahme- und Verwendungsanweisungen hinaus beschreibt. Hierbei werden Aspekte wie die korrekt Verordnung durch medizinisches Personal sowie die korrekte Umsetzung der Verordnung ebenfalls berücksichtigt.

Hinzu kommt die sogenannte Therapietreue, auch Compliance genannt. Diese beschreibt die „Deckungsgleichheit von ärztlichem und pflegerischem Planen und patientlichem Handeln“. Hinsichtlich dessen zielt die AMTS darauf ab, dass Patientinnen und Patienten die ihnen verordneten Arzneimittel entsprechend der Verordnung einsetzen. Ziel der Arzneimitteltherapiesicherheit ist ein optimaler Medikationsprozess, der Therapierisiken durch Medikationsfehler minimiert.

Warum ist Arzneimitteltherapiesicherheit so wichtig?

In einer immer komplexeren Welt mit immer mehr Medikamenten und entsprechenden Wechsel und Nebenwirkungen steigt das Risiko für Medikationsfehler. Dabei wäre ein großer Teil der Medikationsfehler vermeidbar. Allein in Deutschland kam es im Jahr 2003 laut einer Studie zu rund 28.000 vermeidbaren Todesfällen infolge von Medikationsfehlern.

Diese Fehler können sowohl auf Seiten der Ärzte durch eine fehlerhafte Verordnung als auch auf Seiten der Patientinnen und Patienten durch Anwendungs- und Einnahmefehler entstehen. Die WHO schätzt, dass in den Industriestaaten bis zu 10 Prozent aller Aufnahmen in Krankenhäuser auf mögliche Medikationsfehler zurückzuführen sind.

In Deutschland landen laut einer Studie aus dem Jahr 2014 jährlich rund 500.000 Menschen aufgrund eines solchen Sachverhalts in einer Notaufnahme. Vor diesem Hintergrund ist eine strukturierte Arzneimitteltherapiesicherheit, die durch IT-Prozesse und Systeme gestützt wird umso wichtiger. Gerade vor dem Hintergrund, dass viele Patientinnen und Patienten neben verordneten Medikamenten diverse freiverkäuflich Präparate einnehmen. Diese sind in vielen Fällen für Wechselwirkungen mit anderen Präparaten verantwortlich.

Unterstützung durch IT-Systeme in der AMTS

Dank der Digitalisierung im Gesundheitswesen und umfassende eHealth-Konzepte kann die AMTS deutlich verbessert werden. So können Softwaresysteme etwa bereits bei der Verordnung Medikamentenpläne analysieren und auf etwaige Fehldosierungen, Wechselwirkungen und doppelte Verordnungen hinweisen. Weitere IT-gestützte Schritte in Richtung verbesserter Arzneimitteltherapiesicherheit sind u.a.:

  • Elektronische Medikationspläne
  • Smarte Infusionspumpen, die eigenständig arbeiten
  • Digitales Patientenportal zum Einblick in Verordnungs- und Medikationsgeschichte
  • Automatisierte Kommissionierungssysteme zur Erstellung individueller Einnahmeblister
  • Zentral zugängliche, elektronische Patientenakte
  • Elektronische Arzneimitteldatenbank
  • Elektronische Verordnungssysteme mit automatisierter Fehlerüberprüfung
  • Digitale Informationssysteme für Patientinnen und Patienten.

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