Große Datenmengen effizient nutzen

Drei Trends für die digitale Transformation des Gesundheitswesens

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2. Unstrukturierte Daten werden für klinische Studien nutzbar

Während die technologischen Möglichkeiten heranreifen, ist vor allem ein Interesse an unstrukturierten Daten zu beobachten, das stetig wächst. Diese können zum Beispiel aus medizinischen Berichten oder Röntgenbildern stammen. Mit rund 80 Prozent existiert der Großteil der weltweiten Gesundheitsdaten in diesem Format, das bisher nur schwer zu analysieren war. Die Durchführung fundierter, klinischer Studien – zum Beispiel im Bereich der Krebsfrüherkennung – wurde dadurch unnötig erschwert. Nehmen wir zum Beispiel an, ein Team aus Forscher:innen hat es sich zum Ziel gesetzt, nicht-kleinzelligen Lungenkrebs zu untersuchen, und möchte jedes Beispiel identifizieren, bei dem ein solches Karzinom vorliegt. Eine manuelle Prüfung würde jedoch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Aufgrund der Formate, die sich zum Beispiel wegen verschiedener Geräte und Bildausschnitte von Klinik zu Klinik stark unterscheiden können, ist dies sogar nahezu unmöglich. Moderne Technologie ändert das, denn mit ihrer Hilfe wird die automatische Identifizierung wesentlicher Schlüsselelemente selbst bei größten Datensätzen endlich praktisch umsetzbar. Dadurch können Strukturen erkannt werden, die ansonsten in der schieren Informationsflut untergegangen wären.

3. Zukauf externer Daten für den Aufbau resilienterer Lieferketten

Dass die Notwendigkeit resilienter Lieferketten kein Phänomen der Pandemie ist, wird durch den aktuellen Mangel von Schmerzmitteln und Antibiotika deutlich. Auch bei Fiebersäften, Blutdrucksenkern sowie Medikamenten zur Behandlung von Diabetes und Hautkrankheiten kommt es immer wieder zu Knappheiten. Manches ist nur kurzzeitig nicht lieferbar, doch einige Patient:innen warten monatelang auf ihre Medizin. Eine Gruppe deutscher Wissenschaftler:innen wollte dem Problem näher auf den Grund gehen und hat die Gründe für die Lieferengpässe genauer untersucht. Als einer der schwerwiegendsten Gründe wurden Meldeverzögerungen identifiziert. Tatsächlich gaben einige Pharmaunternehmen Engpässe erst Wochen später bekannt, als die Auswirkungen bereits im Markt spürbar wurden. Um langfristig planen und die Versorgung der Patient:innen zu jeder Zeit gewährleisten zu können, sind Informationen wie diese für Praxen und Kliniken unverzichtbar – bestenfalls erreichen sie sie sogar nahezu in Echtzeit. So haben zum Beispiel Apotheken die Chance, die Verfügbarkeit von Medikamenten besser zu überwachen und rechtzeitig nachzubestellen. Außerdem könnten sie aufkommende Trends schon im Vorfeld prognostizieren, sodass bei einer anrollenden Grippewelle alle nötigen Vorkehrungen bereits getroffen sind.

Das Fundament eines modernen Gesundheitswesens

Wie die Snowflake-Studie verdeutlicht, sind große Datenmengen für das Gesundheitssystem unverzichtbar, um Patient:innen auch in Zukunft die bestmögliche Behandlung bieten zu können. Dabei ist zu betonen, dass nicht nur die internen Informationen einer bestimmten medizinischen Einrichtung besser nutzbar gemacht werden müssen – externe Daten miteinzubeziehen, ist mindestens ebenso wichtig, denn nur so können Zusammenhänge bereits frühzeitig erkannt werden. Der größere Kontext, der sich den Ärzt:innen und behandelndem Pflegepersonal dadurch erschließt, ermöglicht individuelle und ressourcenschonende Behandlungsmethoden ebenso wie die erfolgreiche Durchführung klinischer Studien und die Überwachung der Lieferketten.

Wie unsere Umfrage gezeigt hat, rechnen viele medizinische Einrichtungen zwar mit Verbesserungen, aber die begrenzte technologische Grundlage verhindert eine weitere Entwicklung. Dadurch wird vor allem eine intelligentere Entscheidungsfindung behindert. Um dieses Problem zu lösen, ist die Einführung einer einheitlichen Datenplattform unerlässlich. Durch diese wird die interne Datenverarbeitung schneller und verlässlicher, während Informationen auch mit externen Stellen wie Apotheken und Hausärzt:innen ausgetauscht und aus diesen Quellen nahtlos integriert werden können – völlig unabhängig davon, in welchem Format sie vorliegen. Daraus ergibt sich eine Datengrundlage, die allen Beteiligten als sogenannte „Single Source of Truth“ dienen kann und eine rundum bessere medizinische Versorgung ermöglicht.

Der Autor

Jesse Cugliotta, Global Industry GTM Lead für Healthcare & Life Sciences, Snowflake

(ID:49536175)

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