telePIN: Niedersachsen und darüber hinaus Telenetzwerk für Kinderintensivmedizin verbindet Kliniken

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Das pädiatrische Intensivnetzwerk PIN setzt auf Telemedizin: telePIN ermöglicht die Echtzeit-Unterstützung für kleinere Kliniken durch Expertinnen und Experten. Der Anschluss weiterer Kliniken in ganz Niedersachsen, Bremen und darüber hinaus ist geplant.

Im „Cockpit“ von telePIN: Dr. Sasse, Professor Beerbaum, Sibylle Schiele, Klinische Leistungsentwicklung, Professor Lammert, Dr. Rathert (v. l.).(Bild:  Karin Kaiser / MHH)
Im „Cockpit“ von telePIN: Dr. Sasse, Professor Beerbaum, Sibylle Schiele, Klinische Leistungsentwicklung, Professor Lammert, Dr. Rathert (v. l.).
(Bild: Karin Kaiser / MHH)

Die Kinderintensivmedizin gehört zu den Bereichen, die von Telemedizin besonders profitieren können, da die Strukturen nicht flächendeckend verfügbar sind und nicht selten auch Personal fehlt. Das gilt auch in Niedersachsen. Hier wurde schon vor über zwanzig Jahren das Pädiatrische Intensivnetzwerk Norddeutschland (PIN) ins Leben gerufen, koordiniert von Dr. Michael Sasse, leitender Oberarzt an der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Gründer des PIN.

Das Netzwerk umfasst bereits 53 Kinderkliniken aus ganz Niedersachsen, Bremen, Teilen von Sachsen-Anhalt, Hessen und NRW sowie einzelne Kliniken aus weiteren Bundesländern – und geht in eine neue Phase: Anfang 2025 startete die Pilotierung von telePIN. Über ein telemedizinisches Netzwerk können Daten, Bilder und Videos zwischen den teilnehmenden sechs Kinderkliniken in Echtzeit ausgetauscht und mit Experten an anderen Standorten beraten werden. Dafür wurde auf der Intensivstation 67 der MHH ein Raum speziell als „telePIN-Cockpit“ mit der nötigen Technik ausgestattet, darunter sieben große Bildschirme und ein mobiler Kameraroboter mit drei integrierten Kameras.

Die Möglichkeiten, die sich damit ergeben, demonstrierten Professor Dr. Philipp Beerbaum, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin; Dr. Michael Sasse und Dr. Henning Rathert kürzlich in einer Live-Schaltung, bei der Prof. Dr. Frank Lammert, Vizepräsident und Vorstandsmitglied für das Ressort Krankenversorgung der MHH, dabei war. In der zugeschalteten Kinderklinik in Wolfsburg, wo ebenfalls ein Kameraroboter installiert ist, konnten die MHH-Experten die Untersuchung eines Frühchens – Ultraschallaufnahmen, Herzbewegungen, Vitalwerte – verfolgen und einen Überblick über die Gesamtsituation erhalten. „Die Technik ermöglicht uns, aus der Ferne bei Untersuchungen und Eingriffen sowohl bei der Durchführung als auch bei der Interpretation zu unterstützen“, erläutert Dr. Sasse.

Perspektivisch sollen alle Kinderkliniken in Niedersachsen und Bremen, den angrenzenden Regionen benachbarter Bundesländer sowie die Rettungsdienste an telePIN angeschlossen werden. „Dadurch reduzieren wir die Zahl der Verlegungen in andere Kinderkliniken und können den Personalmangel abfedern“, erklärte Professor Beerbaum. Derzeit wird ein gemeinsames Patienten-Daten-Management-System in telePIN integriert, ein Info-Tool zu Bettenbelegungen steht schon zur Nutzung bereit. „Das telePIN ist ein exzellentes Beispiel für Teamspirit, Digitalität und standortübergreifende Vernetzung in der Krankenversorgung“, so Prof. Lammert.

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