Universitätsklinikum Schleswig-Holstein UKSH nutzt automatisierte Messkabine in der Notaufnahme

Von Nicola Hauptmann 1 min Lesedauer

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Wichtige Körperwerte in der Notaufnahme selbst erfassen? Am Kieler Campus des UKSH ist das seit Neuestem möglich. Das Uniklinikum testet hier – als bundesweite Premiere – eine digitale Messkabine, die in die Notaufnahme integriert ist.

In der eHealth Station können Patientinnen und Patienten eigenständig ihre Daten erfassen lassen. Welche Personen für die Nutzung infrage kommen, entscheidet das Fachpersonal an der Anmeldung.(Bild:  UKSH)
In der eHealth Station können Patientinnen und Patienten eigenständig ihre Daten erfassen lassen. Welche Personen für die Nutzung infrage kommen, entscheidet das Fachpersonal an der Anmeldung.
(Bild: UKSH)

Für die Einschätzung (Triage) der Notaufnahmen nutzen die Pflegefachkräfte wichtige Vitalwerte. Diese Werte müssen aber zunächst erhoben werden, was Zeit kostet und oft zu Warteschlangen führt. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein testet hierfür einen neuen Weg: Patientinnen und Patienten können in einer digitalen Messkabine, der eHealth Station, ihre Werte per Bildschirm-Anleitung selbst erfassen. Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz, Temperatur und Gewicht werden vollautomatisiert gemessen.

Das spart Arbeitszeit, sowohl für die Untersuchung als auch für die Dokumentation, denn die Daten aus der Messkabine werden automatisiert ins Krankenhausinformationssystem übertragen und liegen dem Pflegepersonal dann bei der Ersteinschätzung bereits vor. „In der Notaufnahme zählt ein schneller, strukturierter und zuverlässiger Überblick über den Zustand unserer Patientinnen und Patienten“, erklärt Dr. Domagoj Schunk, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme am UKSH, Campus Kiel. „Jede Information, die bereits zu Beginn vorliegt, hilft uns, die Situation eines Menschen besser einzuordnen." Man wolle prüfen, ob die Station den Mitarbeitenden spürbar den Rücken freihält, „damit mehr Zeit für den Menschen bleibt“.

Dr. Domagoj Schunk, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme am UKSH, Campus Kiel.(Bild:  UKSH)
Dr. Domagoj Schunk, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme am UKSH, Campus Kiel.
(Bild: UKSH)

Wie das UKSH unter Berufung auf den Hersteller MedicubeX informiert, ist das der bundesweit erste Einsatz des Systems in der Notaufnahme, bislang wurde die Station demnach nur in anderen Bereichen genutzt. Wenn sich das Pilotprojekt in Kiel bewährt,will das UKSH die digitale Messkabine auch am Campus Lübeck einsetzen, denn die Herausforderungen sind gleich – „viele Fälle, knappe Personalressourcen und die Notwendigkeit, gleich zu Beginn der Versorgung zügig und verlässlich zu entscheiden“, wie Dr. Sebastian Wolfrum, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme am UKSH, Campus Lübeck, beschreibt.

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