Pläne der Bundesregierung zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Abschaffung der Telefon-AU stößt auf massive Kritik der Ärzteschaft

Von Nicola Hauptmann 4 min Lesedauer

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Noch vollere Wartezimmer durch eine „absurde AU-Pflicht ab Tag eins“, noch mehr Bürokratie, noch weniger Zeit für Patienten mit komplexen Krankheiten: KBV, KVWL, BÄK und Hartmannbund schildern aus ihrer Sicht die Folgen der geplanten Maßnahmen wie der Abschaffung der Telefon-AU und sparen nicht mit Kritik.

Wartezimmer statt Telefon-AU: Das bedeutet nicht nur mehr Bürokratie, sondern auch erhöhte Ansteckungsgefahr.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Wartezimmer statt Telefon-AU: Das bedeutet nicht nur mehr Bürokratie, sondern auch erhöhte Ansteckungsgefahr.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Laut ihrem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ will die Bundesregierung die telefonische Krankschreibung abschaffen, eine verpflichtende Vorlage der AU-Bescheinigung ab dem ersten Krankheitstag einführen sowie die unrichtige Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung stärker bestrafen.

Die Kritik der Ärzteschaft kam prompt – und in aller Schärfe: Von einer „Zumutung, die an Unverschämtheit grenzt“, sprechen die Vorstände der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Dres. Andreas Gassen, Stephan Hofmeister und Sibylle Steiner. Auf der einen Seite sollten den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen durch das GKV-Spargesetz „viele Milliarden Euro aus der Patientenversorgung weggenommen werden“ und auf der anderen Seite wolle ihnen diese Regierung noch mehr Arbeit und Bürokratie aufbürden und „garniert das Ganze mit unverhohlenem Misstrauen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern“. Die Abschaffung der telefonischen AU und die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag der Erkrankung werde zu „übervollen Praxen, einem Wust an zusätzlicher Bürokratie und einem enormen Zeitaufwand führen“ – zulasten der eigentlichen Patientenversorgung.

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