„Enterprise Cloud Index“ von Nutanix Innovation auf brüchigem Fundament

Von Susanne Ehneß 3 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz findet immer mehr Einsatzgebiete, wird jedoch auf infrastruktureller Ebene ausgebremst, wie der aktuelle „Enterprise Cloud Index“ zeigt.

Der Einsatz künstlicher Intelligenz erfordert eine stabile technische Basis.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Der Einsatz künstlicher Intelligenz erfordert eine stabile technische Basis.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Schatten-KI breitet sich aus, im Klinikbetrieb ebenso wie in der Verwaltung. Gleichzeitig fehlt die Infrastruktur, die nötig wäre, um sichere und regelkonforme KI-Workloads in der Patientenversorgung zu unterstützen. Das sind zwei zentrale Befunde der achten Nutanix-Studie „Enterprise Cloud Index (ECI)“.

Nutanix spricht von einem „Dilemma“: Die IT-Verantwortlichen im Gesundheitssektor erkennen das „transformative Potenzial von KI“, insbesondere durch autonome Agenten und die Unterstützung von klinischen Entscheidungen in Echtzeit. Auf der anderen Seite sehen sie die „weiterhin erheblichen Lücken in der Organisation und Infrastruktur“ ebenso deutlich. Diese zu schließen, wäre notwendig, um das Potenzial zu heben.

„Das Klinikpersonal arbeitet bis zur Erschöpfung und nimmt Zuflucht bei künstlicher Intelligenz. Die Menschen sind überzeugt, KI könne ihnen helfen, und sie haben recht damit“, kommentiert Sammy Zoghlami, Senior Vice President EMEA bei Nutanix. „Doch 88 Prozent der Organisationen im Gesundheitssektor berichten von Mängeln in ihrer Infrastruktur, um den KI-Betrieb On-Premises zu unterstützen. Gleichzeitig treffen fast vier von fünf Befragten auf KI-Werkzeuge, die außerhalb der Kontrolle der IT bereitgestellt und genutzt werden.“

Dies bedeute, so Zoghlami, dass die Risiken überhandnehmen, während Innovationen erst an zweiter Stelle kommen. Er fordert: „Die Gesundheitsindustrie muss die richtige Basis schaffen, bevor die Lücke zwischen KI-Ambition und -Reifegrad die Patientensicherheit beeinträchtigt.“

Weitere Studienergebnisse

• Schatten-KI ist weit verbreitet und unterliegt nur selten der Kontrolle. Nach Aussage von 79 Prozent der Befragten implementieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gesundheitsorganisationen KI-Werkzeuge auf eigene Faust, und 83 Prozent sind der Überzeugung, dass der Betrieb von KI-Agenten außerhalb offizieller Kontrollmechanismen Risiken erzeugt. Ebenfalls 83 Prozent sagen, dass Silogrenzen zwischen Geschäftsbereichen und der IT die Aufgabe erschweren, Technologieprojekte effektiv umzusetzen; das verschärft die Herausforderungen im Bereich Governance in dem Maße, wie die KI-Einführung in der Breite zunimmt.

• Die Infrastruktur ist auf KI in der Patientenversorgung nicht vorbereitet. 88 Prozent der Befragten im Gesundheitssektor gehen davon aus, dass ihre aktuelle Infrastruktur nur teilweise dazu in der Lage ist, die Bereitstellung von KI-Workloads On-Premises zu unterstützen. „Das ist ein erhebliches Problem insofern, als KI-Inferenz direkt vor Ort in der Patientenversorgung anstatt in der Cloud zunehmend als unabdingbar gilt, um das Risiko von Latenzen im Klinikumfeld zu beseitigen“, heißt es von Nutanix. Patientenzimmer könnten jährlich jeweils bis zu 7 TB an Daten generieren und Umgebungen mit hoher Gerätedichte wie zum Beispiel Intensivbetten bis zu 15 oder 20 vernetzte Geräte aufweisen. Um den Klinikbetrieb ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten, sei eine lokale KI-Verarbeitung mit niedriger Latenz erforderlich.

• KI beschleunigt die Einführung von KI, und der Gesundheitssektor modernisiert seine Anwendungsstrategie. Nach Aussage von 86 Prozent der Befragten beschleunigt KI spürbar die Einführung von Containern. Dadurch lassen sich KI-Modelle lokal in der Patientenversorgung im Rahmen sicherer und portabler Umgebungen bereitstellen. 81 Prozent erwarten eine zunehmende Containerisierung von Anwendungen in ihrer Organisation, während 80 Prozent bereits neue Applikationen in Containern erstellen.

• KI-Agenten haben das Potenzial, den Gesundheitsbetrieb entscheidend zu verändern. 58 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen im Gesundheitswesen erwarten von KI-Agenten Produktivitäts- und Effizienzgewinne, und 57 Prozent gehen davon aus, dass die Agenten Geschäftsprozesse und betriebliche Abläufe verändern werden. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) sehen sogar das Potenzial von KI-Agenten, neue Produkte und Services zu kreieren oder neue Umsatzströme zu erschließen. 57 Prozent antizipieren, in drei Jahren agentische KI oder autonome Agenten zu nutzen, 62 Prozent generative KI und 55 Prozent prädiktive Analysen oder Modelle für maschinelles Lernen.

• Datensouveränität ist Pflicht, nicht Kür. Für 72 Prozent der Befragten hat Datensouveränität eine hohe Priorität oder stellt eine notwendige Voraussetzung für Infrastrukturentscheidungen dar. 54 Prozent betreiben aktuell containerisierte Anwendungen On-Premises oder in privaten Cloud-Umgebungen, während 54 Prozent die Notwendigkeit sehen, ihre Infrastruktur in einem einzelnen Land zu betreiben, um die Erwartungen von Kunden oder anderen Interessengruppen zu erfüllen.

• Der Anstoß zur KI-Einführung kommt von oben, und die flächendeckende Einführung wird bald folgen. 55 Prozent der Befragten gehen davon aus, mehr als fünf KI-fähige Anwendungen in den kommenden drei Jahren zu haben. Diese Zahl schließt 12 Prozent der Befragten ein, die von mehr als 10 KI-fähigen Anwendungen in den nächsten drei Jahren ausgehen. 63 Prozent der Befragten betreiben ihre KI-Anwendungen bei Managed-Services-Providern. In dem Maße, wie Organisationen KI von zentraler Stelle aus auch direkt in der Patientenversorgung unterstützen wollen, dürften hybride Bereitstellungsmodelle weiterhin die Norm bleiben, heißt es von Nutanix.

Zur vollständigen Studie

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