Interview mit Fraunhofer IGD zur CareCam medical

Eine Kamera am Krankenbett

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Datenschutz

Im Interview stellte der Fraunhofer-Standortleiter des IGD bereits klar, dass auch der Datenschutz eine zentrale Rolle spielt. Dieses Thema spiegelt sich beispielsweise in der Funktion wider, weitere Personen am Krankenbett auszublenden. Allerdings handelt es sich bei der CareCam aktuell noch um einen Laborprototyp – ein Proof of Concept.

In einem Labor wird die Kamera aktuell noch mit Probanden getestet, die bereits ihre Einwilligung erteilt haben. Auch hier müssen zunächst Ethikanträge gestellt und genehmigt werden, bevor die Studien starten dürfen. Durch Absicherungen, die mit umfassenden Datenschutzkonzepten erfolgen, lassen sich jedoch auch bestehende Barrieren für den Einsatz in Kliniken abbauen.

Einsatzmöglichkeiten

Die CareCam wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt: Nach ambulanten Operationen überwacht sie Patienten im Aufwachraum nach einer Narkose. Die Technologie erkennt, sobald Patientinnen und Patienten wieder ansprechbar sind und in welchem Zustand sie aufwachen, zum Beispiel aggressiv oder apathisch.

Weitere Einsatzgebiete sind Intensivstationen, Normalstationen und neurologische Abteilungen. Auch Pflegeeinrichtungen und das private Umfeld sind denkbar. Zusätzlichen Daten unterstützen die Nachsorge zu Hause und geben Patienten Sicherheit. Laut Aehnelt lässt sich das System zudem so konfigurieren, dass berufstätige Angehörige aus der Ferne Gewissheit über das Wohlbefinden ihrer pflegebedürftigen Verwandten erhalten.

Allerdings gibt es auch Szenarien in Einrichtungen, die für eine solche Technologie weniger geeignet sind, wie etwa Psychiatrien. Denn Kameras können Ängste schüren oder verstärken. Aus diesem Grund empfiehlt auch Aehnelt, an dieser Stelle alternative Ansätze zu prüfen.

Aktuelle Projektphase

Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Das Fraunhofer Institut konnte jedoch bereits wertvolle Impulse sammeln: Auf der DMEA 2026 führte das Team viele Gespräche und knüpfte wichtige Kontakte, um die Entwicklung voranzutreiben. Auch von den Kliniken kamen Angebote, um das System zu validieren und schließlich eine echte Beweislage zu schaffen, wie gut es tatsächlich im Krankenhausalltag hilft.

Zentral für die Erhebung valider Daten ist die Festlegung des Schwerpunkts: Dabei stellt sich die Frage, welcher Klinikbereich für den ersten Schritt am geeignetsten ist – etwa die Neonatologie, die Geriatrie oder die Neurologie.

In der Zwischenzeit arbeitet das Team daran, „diesen intelligenten Teil noch intelligenter zu machen; und noch spezifischer auf die Bedürfnisse der Pflegerinnen und Pfleger anzupassen.“ Aktuell laufen bereits zwei Projekte zur Weiterentwicklung der CareCam: Projekt Susi und GentleCare. Bei beiden Projekten handelt es sich um KI-gestützte Assistenzsysteme, die speziell darauf ausgerichtet sind, Senioren in ihrem täglichen Leben zu begleiten.

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