Interview mit Fraunhofer IGD zur CareCam medical

Eine Kamera am Krankenbett

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Interview mit Dr. Mario Aehnelt, stv. Standortleiter am Fraunhofer IGD

Wie genau funktioniert die CareCam in der Praxis? Handelt es sich um eine fest installierte Kamera im Patientenzimmer oder um ein mobiles Gerät, das am Bett befestigt wird?

Aehnelt: Das System wird beispielsweise am Aufrichter des Patientenbetts installiert – als kleine Box, die komplett autark arbeitet. Sie benötigt lediglich Strom und Netzwerkanbindung. Die Kommunikation zum Dashboard der Pflegekräfte läuft dann über WLAN oder Ethernet in der Klinik. Die Box kann theoretisch auch auf den Nachttisch gestellt werden. Entscheidend ist das beste Sichtfeld auf den Patienten – in der Regel von oben, nicht von der Seite. Denn wenn sich der Patient wegdreht, wird die Überwachung schwierig.

Die ganze Einheit bewertet und analysiert direkt am Patientenbett. So müssen die Bilder gar nicht erst das Bett verlassen. Wir sind bei der Zusammenstellung der CareCam sehr flexibel und richten uns je nach Anforderung der Klinik. Denn Datenschutz ist ein zentrales Thema: Wenn Angehörige am Bett sind, haben auch sie ein Recht auf Privacy. Genauso Pflegekräfte, die am Bett arbeiten. Wir wollen auf keinen Fall, dass die Leistung von Pflegekräften bewertet wird. Deshalb können wir mit KI-Unterstützung solche Bereiche ausblenden – eine Anonymisierung von Personen am Bett, außer dem Patienten selbst.

Welche Patientendaten werden denn erfasst?

Aehnelt: Vitaldaten, zum Beispiel Herzrasen, Herzratenvariabilität – also die Herzfrequenz im Endeffekt –, die Atmung, Hauttemperaturen, Bewegungsmuster wie Mimik und Gestik, Sprache und Sprachbilder.

Wie gestaltet sich die Übertragung vom Patienten zum Pflegepersonal?

Aehnelt: Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wir können über das Dashboard, das sich möglicherweise im Schwesternzimmer befindet, oder über die App auf dem Smartphone der Schwester, einen Alarm senden und den aktuellen Status anzeigen – eine Art Ranking mit Kontextinformationen. Hat der Patient einen Wunsch oder einen Notfall? Das können wir dort klarstellen.

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