Video-Anwendungen

Neue digitale Lösungen in Gesundheit und Pflege

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Tumorbesprechungen per Videokonferenz(Bild:  Pexip)
Tumorbesprechungen per Videokonferenz
(Bild: Pexip)

Der Prozess der Terminierung von Videosprechstunden wird für Ärzte und Patienten durch die Integration der telemedizinischen Videokonferenzen in bestehende Softwaresysteme, wie zum Beispiel in das Terminmanagement im Krankenhausinformationssystem, erleichtert und schneller umgesetzt. Integration geht aber noch ein Stück weiter. In Hinblick auf eine effektive digitale Kommunikation ist auch eine tiefere Integration mit medizinischen Informationssystemen notwendig. So kann durch diese Einbindung nicht nur die Terminplanung von Fallbesprechungen simplifiziert werden. Im Rahmen einer interdisziplinären Fallbesprechung, wie zum Beispiel beim Tumorboard, kann die Integration den Zugriff auf relevante Falldaten für alle Beteiligten herstellen und somit die virtuellen Besprechungen vereinfachen. Eine tiefe Integration unterstützt wiederum die Rückführung der protokollierten Besprechungen und aufgezeichneten Sitzungen in medizinische Informationssysteme.

Die Interoperabilität mit Hardware, zum Beispiel bei der Anbindung von Infrastrukturen in medizinischen Einrichtungen wie Videokonferenzräumen oder OP-Raumsystemen, spielt auch eine bedeutende Rolle. Eine Integration der Videolösung in OP-Raumsysteme und mit OP-Hardware, wie zum Beispiel Kamerasystemen kann die Möglichkeit eines Expertenaustauschs während eines chirurgischen Eingriffs eröffnen. Chirurgisches Personal in der Ausbildung kann außerdem remote teilnehmen und insbesondere kritische Operationsschritte praxisnah erlernen.

Mögliche Einsatzszenarien für Videokonferenzen bei der Notfallversorgung(Bild:  Pexip)
Mögliche Einsatzszenarien für Videokonferenzen bei der Notfallversorgung
(Bild: Pexip)

Weitere Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich beim Einsatz von Videokonferenztechnologien im Rettungsdienst: Sanitäter könnten direkt bei der Erstversorgung die Meinung von Fachärzten einholen. Diesen kann mithilfe von Wearables sowie Kamerabrillen mit fernsteuerbarem Zoom ein erster Eindruck von der Situation des Patienten verschafft werden. Dadurch lässt sich die Patientenversorgung am Notfallort optimieren und beschleunigen. Speziell in Notfallsituationen zählt jede Sekunde und eine gute Video- und Audioqualität sowie überdurchschnittliche Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit der eingesetzten Technologien sind hierbei unerlässliche Voraussetzungen.

Förderung digitaler Kompetenz

Abschließend ist festzuhalten, dass die digitale Kompetenz aller Beteiligten für die Akzeptanz digitaler Lösungen in Gesundheit und Pflege von enormer Bedeutung ist. Deshalb gilt es, sie in allen Altersgruppen zu fördern und zu entwickeln. Weiterhin ist die Interoperabilität von äußerster Wichtigkeit, um Prozesse einfach zu gestalten und zugleich komplexe Settings zu verwirklichen. Eine bestmögliche Vernetzung von Software, Hardware und Medizintechnik ist erstrebenswert und damit auch der Einsatz von Kommunikationsstandards erforderlich. Neben Videosprechstunden erreichen immer weitere digitale Anwendungsfälle zunehmende Aufmerksamkeit und Bedeutung. Sie werden die digitale Strategie im Gesundheitswesen entscheidend vorantreiben.

Die Autorin

Silke Beermann ist IT-Journalistin für Wordfinder.

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