Baden-Württemberg Herzkranke profitieren von neuem Digitalangebot

Quelle: dpa

Die enge Verbindung zwischen Patient und Ärzten ist der Clou der Telemedizin. So können Probleme der Kranken sofort erkannt und rasch behandelt werden. Speziell für Herzkranke gibt es jetzt ein solches Angebot.

Telemedizin ermöglicht es, unter Einsatz audiovisueller Kommunikationstechnologien trotz räumlicher Trennung Diagnostiken, Konsultationen und medizinische Notfalldienste zu realisieren
Telemedizin ermöglicht es, unter Einsatz audiovisueller Kommunikationstechnologien trotz räumlicher Trennung Diagnostiken, Konsultationen und medizinische Notfalldienste zu realisieren
(Bild: Andrey Popov – stock.adobe.com)

Telemedizin bringt nach Angaben von Experten erhebliche Vorteile für Menschen mit fortgeschrittener Herzschwäche. „Telemonitoring führt zu einer echten Verbesserung der Situation dieser Patienten im Südwesten“, sagte Ralph Bosch, Landeschef des Verbandes niedergelassener Kardiologen, in einer Mitteilung der Techniker Krankenkasse (TK), die für das Angebot wirbt. Zudem könne so die Zahl der ungeplanten Krankenhausaufenthalte von Herzkranken gesenkt werden. Herzinsuffizienz ist dem Mediziner zufolge der häufigste Grund für eine Einweisung ins Krankenhaus. Etwa jeder vierte Patient werde innerhalb von 30 Tagen nach der Entlassung erneut stationär behandelt.

Beim Telemonitoring werden medizinische Daten der gesetzlich Versicherten wie Blutdruck, Atemfrequenz und Herzrhythmus laufend an eines der acht zertifizierten telemedizinischen Zentren übermittelt, wo niedergelassene Kardiologen die Daten beobachten und bewerten. Bei Auffälligkeiten werden die Arztpraxen informiert, die vor Ort für die Behandlung zuständig sind. Das können Kardiologen sein, aber auch Hausarzt- oder Kinderärzte. „Durch das Telemonitoring wird sichergestellt, dass bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes sofort medizinische Maßnahmen eingeleitet werden“, erläuterte TK-Landeschefin Nadia Mussa.

Die Zentren kontrollieren nicht nur die aktuellen medizinischen Daten, sondern machen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten darüber hinaus Therapie-Vorschläge. Im ersten Quartal 2022 wurden über 250 Patienten im Südwesten auf diese Weise telemedizinisch betreut.

TK-Leiterin Mussa erhofft sich von dem neuen Angebot ein Signal für die Nutzung digitaler Instrumente auch in anderen medizinischen Bereichen.

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