Bündeln und vereinheitlichen Modernisierungspläne für die Telematikinfrastruktur

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Die gematik hat von ihren Gesellschaftern den Auftrag zur Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur erhalten. Zentrale Bausteine der TI sollen künftig gebündelt und einheitlich bereitgestellt werden.

Auch Fachdienste wie das E-Rezept sollen auf eine gemeinsame, leistungsfähige Plattform zugreifen.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Auch Fachdienste wie das E-Rezept sollen auf eine gemeinsame, leistungsfähige Plattform zugreifen.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Die gematik soll einen „Fahrplan für die Modernisierung der Telematikinfrastruktur (TI)“ erstellen. Diesen Auftrag erhielt sie laut Meldung vom 19. Juni von ihren Gesellschaftern.

Damit die Telematikinfrastruktur – als das „digitale Rückgrat des Gesundheitswesens“ auch bei zunehmender Nutzung sowie neuen Nutzergruppen und Anwendungen zuverlässig funktioniere, müsse sie technisch vereinfacht und in der Verantwortung klarer aufgestellt werden. Dazu sollen zentrale Bausteine der TI künftig gebündelt und einheitlich bereitgestellt werden, statt sie weiterhin parallel zu entwickeln und zu betreiben.

Für die Umsetzung ist eine „souveräne Plattform-Architektur“ vorgesehen, die auf Open-Source-Basis aufgebaut werden soll, mit der Cloud als flexibler und sicherer Betriebsumgebung. So sollen dann etwa Fachdienste wie das E-Rezept auf eine gemeinsame, leistungsfähige Plattform zugreifen, nicht mehr auf ihre vollständig eigenen technischen Infrastrukturen. Für Anwendungen mit direktem Kontakt in die Versorgung wie etwa Softwaresysteme oder Kassen-Apps entstehe so eine „einheitliche Basis, die Wettbewerb und Innovation in Deutschland stärkt“.

Voraussetzung sei der beschleunigte Übergang zur TI 2.0. Die Umstellung soll schrittweise erfolgen und laufe bereits. Im nächsten Schritt werde die gematik mit Gesellschaftern und Partnern den konkreten Umsetzungsplan erarbeiten – für die beschleunigte Umstellung auf die TI 2.0 wie auch für den Aufbau der Plattform.

Demgegenüber hatten die Krankenkassen, die die gematik zum größten Teil finanzieren, bereits Anfang des Jahre in einem gemeinsamen Positionspapier zur Gematik 2.0 unter anderem mehr Freiraum für die Bereitstellung von ePA-Mehrwertservices sowie eine wirksamere Mitbestimmung gefordert. Versichertennahe Anwendungen stellen ausschließlich Krankenkassen und ihre Dienstleister bereit, so eine weitere Forderung.

Die Gesellschafter der gematik

Größter Anteilseigner der gematik ist mit 51 Prozent der Gesellschafteranteile das Bundesministerium für Gesundheit. Der GKV-Spitzenverband, der die Arbeit der gematik zu 93 Prozent finanziert, hält 22,05 Prozent der Gesellschafteranteile; der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) 2,45 Prozent.
Die weiteren Gesellschafter sind: die Bundesärztekammer (BÄK), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Deutsche Apothekerverband (DAV), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV).
Für Entscheidungen ist die gesetzlich vorgeschriebene Mehrheit von 51 Prozent nötig.

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