Krankenhaus-IT ist komplex und daher nicht leicht vor Cyberangriffen zu schützen. Das eigentliche Problem aber ist kein technisches – sagt unser Gastautor Sascha Giese.
Hohes Bedrohungspotenzial und heterogene Strukturen: Cyberschutz in Kliniken ist eine herausfordernde Aufgabe
Cyberkriminalität ist in Krankenhäusern schon längst kein Fremdwort mehr. Zuletzt hat am Morgen des 17. November die IT-Abteilung des Klinikums Lippe Alarm geschlagen und das Überwachungssystem einen massiven Hackerangriff gemeldet. Daraufhin hat das Krankenhaus alle Systeme heruntergefahren. In allen drei Standorten stand das Internet still. Der Klinikbetrieb funktionierte nur noch analog. Allein in Deutschland sind neben dem Angriff in Lippe auch Ransomware-Attacken auf das Städtische Klinikum Wolfenbüttel, die Uniklinik Düsseldorf, die Klinik Tettnang und die Urologische Klinik München-Planegg bekannt. Über die Dunkelziffer lässt sich nur spekulieren.
Unter anderem aus diesem Grund hat die Bundesregierung das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) ins Leben gerufen. Seit 1. Januar 2021 stellt der Bund über den Krankenhauszukunftsfonds (KHZF) drei Milliarden Euro zur Verfügung, damit Krankenhäuser neben ihrer Modernisierung und Digitalisierung vor allem auch in ihre IT-Sicherheit investieren. Doch ist das möglicherweise leichter gesagt als getan?
Zunehmende Komplexität
Durch den zunehmenden Einsatz von Technologien im Krankenhaus entsteht oft eine Komplexität, die man noch nicht beherrscht. Es ist schlichtweg noch keine Expertise vorhanden. So hat auch der neueste IT-Trends-Report von SolarWinds die Befürchtung bestätigt, dass nicht nur die Welt der IT immer komplexer wird, sondern sich auch immer weniger Technikexperten gut genug gerüstet fühlen, um mit ständig wechselnden, neuen Technologien und Tools zurechtzukommen. Zum Beispiel gab fast ein Drittel der Befragten an, dass die Zunahme von Hybrid-IT zu mehr Komplexität im IT-Management ihrer Organisation geführt hat. Als Hauptgründe wurden neue Tools oder Technologien (57 Prozent) angeführt sowie veraltete Kenntnisse des Personals, die eben nicht zu diesen neuen Technologien passen (41 Prozent). Eine sich derartig steigernde Komplexität, dass selbst Technikexperten sich zuweilen überfordert fühlen, gilt ebenso für den IT-Sicherheitsbereich.
Um dem gestiegenen Sicherheitsrisiko entgegenzuwirken, erfordert die heterogene IT-Landschaft im Klinikbereich ein ganzes Bündel verschiedener Maßnahmen: Schulungen zum Risikobewusstsein, die Kontrolle des Netzwerkzugangs und wirksames Patch-Management. Doch vor allem erfordert sie intelligente Bedrohungsüberwachung im Netzwerk, aktive Warnungen und automatisierte Software zur Reaktion auf Vorfälle. So können die Sicherheitsverantwortlichen die Cybersecurity-Probleme, die täglich auftreten, schnell eindämmen und beheben, zum Beispiel Geräte mit veralteten Betriebssystemen updaten, Maschinen mit bekannten Schwachstellen isolieren und Datenverbindungen zu verdächtigen Zielen unterbrechen.
Patches und damit verbundene Herausforderungen
Allerdings stoßen im klinischen Umfeld herkömmliche Security-Lösungen schnell an ihre Grenzen. Sie erfordern zu komplexe Implementierungen und viel spezialisiertes Personal, das sie konfiguriert und den zahllosen Alarmmeldungen nachgeht.
Beispielsweise sollte man auch in einem Krankenhaus unbedingt patchen, um die IT-Sicherheit zu erhöhen. Dabei treten aber Probleme auf, denen man in anderen Bereichen oft nicht begegnet. Denn sobald man etwas verändert, auch nur eine Kleinigkeit, muss theoretisch eine Rezertifizierung erfolgen. Irgendwo wird eine Einstellung angepasst, ein Patch-Level geändert oder ein Teilchen ausgetauscht. Alles, was „von extern“ kommt, muss zertifiziert und bei Veränderungen eben auch rezertifiziert werden. Derartige Prozesse erschweren das Aktualisieren der im Krankenhaus eingesetzten Soft- und Hardwareprodukte, Tools und sonstiger IT-Programme erheblich.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Das Krankenhausnetzwerk „veralten“ zu lassen und veraltete Software zu nutzen, bietet allerdings ein dankbares Einfallstor für Hacker – und natürlich auch für sonstige IT-Probleme.