Versorgungssicherheit im Gesundheitswesen „Diagnostik hat in der Drogerie oder in der Apotheke nichts verloren“

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Der KVWL-Vorstand richtet sich anlässlich des Welttags der Patientensicherheit mit einem Appell an die Öffentlichkeit: „Ärztliche Versorgung gehört nicht in die Apotheke oder in die Drogerie!“

Anke Richter-Scheer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVWL, und Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL.(Bild:  KVWL)
Anke Richter-Scheer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVWL, und Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL.
(Bild: KVWL)

Die Debatte um das Angebot von Gesundheitsservices in Drogerien und Apotheken wird auch am Welttag der Patientensicherheit zum Thema. Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat hierzu eine klare Meinung: „Ärztliche Versorgung gehört nicht in die Apotheke oder in die Drogerie! Wer Patientensicherheit gewährleisten will, muss auch dafür sorgen, dass die Behandlung in den Händen der Profis verbleibt – und damit in den Praxen der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen.“

Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL, mahnt: „Wer ärztliche Versorgung weiter auslagert, der riskiert Menschenleben!“ Diagnostik habe in Drogerie oder Apotheke nichts verloren. „Ein Befund ohne eine vernünftige ärztliche Einordnung ist für die Patientinnen und Patienten völlig wertlos. Das hat mit einer guten und effizienten ambulanten Versorgung nichts mehr zu tun.“ Spelmeyer räumt zwar ein, dass es eine bessere Patientensteuerung brauche, um die Anzahl unnötiger Arztkontakte zu reduzieren, betont aber, dass die Lösung kein „zerstückeltes Versorgungsangebot zweiter Klasse“ sein könne.

Die stellvertretende KVWL-Vorstandsvorsitzende Anke Richter-Scheer blickt kritisch auf die Ausweitung des Impf-Angebots. Eine Impfung sei „mehr als ein kleiner Piks in den Oberarm.“ Hinzu kämen Aufklärung, Beratung und der Ausschluss akuter Erkrankungen und Kontraindikationen. „Kurzum: Das Impfen gehört in die Praxen!“, betont sie. Beide Vorstände betonen das Impfen als elementaren Baustein der Patientensicherheit.

Patientensicherheit

Auf ihrer Website stellt die KVWL ausführliche Informationen zum Thema Patientensicherheit bereit.

Zur entsprechenden Website der KVWL

Eine Ausweitung des Service-Angebots in Apotheken lehnen sie ab. „Diagnostik und Therapie zählen zu den Kernaufgaben des ärztlichen Berufs. Schnelltests und Blutentnahmen haben in der Apotheke nichts zu suchen“, betont Spelmeyer. Zwar habe der wirtschaftliche Druck auf die Apotheken durch den Online-Handel zugenommen, doch dürfe dies nicht auf dem Rücken der Patienten kompensiert werden. „Das sollte eigentlich auch Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann erkennen und solche absurden Entwürfe ad acta legen. Der eingeschlagene Weg ist ein Irrweg!“, macht der KVWL-Vorstand klar.

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