Künstliche Intelligenz in der Pflegesoftware

Digitalisierung und KI entlasten nachhaltig den Pflegealltag

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Niedrigere Hemmschwelle für Pflegeberichte

Ähnliche Erfahrungen macht auch der ambulante Dienst „Krimmer – Ihr Pflegedienst“ in Braunsbach. Auch dieser Pflegedienst arbeitet mit KI-Lösungen und nutzt die sprachbasierte Dokumentation im täglichen Pflegebetrieb. Dort wurde es ebenfalls eingeführt, um den Dokumentationsprozess zu vereinfachen und Zeit zu sparen. „Die Dokumentation gehört zum Pflegealltag dazu, bindet aber viel Zeit – Zeit, die eigentlich der Pflege der Menschen zugutekommen sollte“, erklärt Inhaber Knut Krimmer.

Für den Braunsbacher Pflegedienst habe sich der Umgang mit Pflegeberichten seit der Einführung eines KI-Tool deutlich verändert – insbesondere im Hinblick auf den Zeitaufwand für die Dokumentation: „Einen Pflegebericht per Spracheingabe zu diktieren, fällt vielen Mitarbeitenden deutlich leichter, als längere Texte auf einem mobilen Gerät zu tippen.“ Das führe dazu, dass Berichte häufiger und ausführlicher erstellt würden. „Unsere Dokumentation ist heute vollständiger und besser nachvollziehbar“, so Krimmer. Gerade in Situationen mit engem Zeitplan – etwa zwischen zwei Einsätzen – zeige sich der Vorteil besonders deutlich.

KI-Unterstützung bei der Strukturierten Informationssammlung

Auch bei der Strukturierten Informationssammlung (SIS) kann KI eine unterstützende Rolle spielen. Aus dem Erstgespräch ergeben sich zahlreiche Informationen, die anschließend strukturiert dokumentiert werden müssen. Hier kann KI helfen, Inhalte aus Gesprächen aufzubereiten und den passenden Bereichen zuzuordnen. Pflegekräfte prüfen und ergänzen diese Vorschläge anschließend fachlich – die Verantwortung bleibt damit klar beim Menschen.

„Die KI ersetzt nicht die Fachlichkeit der Pflegekräfte. Sie unterstützt lediglich bei der Formulierung und Strukturierung der Inhalte“, betont Krimmer. Erste Erfahrungen zeigten bereits, dass sich der Zeitaufwand für die Erstellung einer SIS spürbar reduzieren lasse.

Qualität, Transparenz und Prüfsicherheit

Eine konsistente und nachvollziehbare Dokumentation ist nicht nur für den Arbeitsalltag wichtig, sondern auch für Prüfsituationen. Sie schafft Transparenz über durchgeführte Maßnahmen, gewonnene Erkenntnisse und die erforderlichen nächsten Schritte.

KI kann hier unterstützen, indem sie Dokumentation zeitnaher, vollständiger und konsistenter macht. Wenn Pflegeberichte direkt vor Ort eingesprochen werden können, gehen weniger Informationen verloren. Gleichzeitig helfen automatisierte Strukturen dabei, Inhalte verständlicher und besser nachvollziehbar aufzubereiten.

Neue Freiräume für Pflege und Organisation

Für Pflegeeinrichtungen entstehen dadurch auch organisatorische Vorteile. Wenn Dokumentation weniger Zeit in Anspruch nimmt, wirkt sich das unmittelbar auf den gesamten Pflegealltag aus. Werden Dokumentationsprozesse einfacher und schneller erledigt, entstehen neue Freiräume – sowohl für Pflegekräfte als auch für Pflegedienstleitungen. „Es werden automatisch Kapazitäten für andere wichtige Aufgaben frei“, erklärt Krimmer. Dazu gehörten etwa organisatorische Themen, Qualitätsentwicklung oder die Begleitung der Mitarbeitenden.

Auch bei der Mitarbeitergewinnung könne moderne Technologie eine Rolle spielen. Digitale Arbeitsprozesse und der Einsatz neuer Technologien würden zunehmend als Zeichen eines modernen und attraktiven Arbeitgebers wahrgenommen. So stärkt die Nutzung geeigneter KI-Features zudem die Arbeitgebermarke eines ambulanten Pflegedienstes.

Fazit

Die Beispiele aus der Praxis zeigen: Künstliche Intelligenz kann in der ambulanten Pflege insbesondere dort wirkungsvoll sein, wo sie konkrete Alltagsprobleme adressiert. Sprachbasierte Dokumentation, intelligente Strukturierung von Informationen und Unterstützung bei komplexeren Dokumentationsprozessen können Pflegekräfte zeitlich spürbar entlasten.

Entscheidend ist dabei, dass KI nicht die fachliche Verantwortung ersetzt, sondern als Assistenzsystem eingesetzt wird. Richtig integriert kann sie dazu beitragen, Dokumentationsprozesse zu vereinfachen, Qualität und Transparenz zu erhöhen und Pflegeeinrichtungen langfristig zukunftsfähig zu machen.

Der Autor
Patrick Schulze, Journalist für Wordfinder.

Bildquelle: Gemini

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