Wearables

Warum wir uns so gern selbst vermessen – trotz Risiken

< zurück

Seite: 2/2

Daten gaukeln Genauigkeit vor – teils zu Unrecht

Als Beispiel nennt Selke etwa Schrittzähler. Diese nutzen in der Regel die Beschleunigung des Arms als Indikator - man erhalte damit nicht viel mehr als eine grobe Annäherung, da Schritte bei jedem anders aussähen. „Trotzdem sagen dann Leute, ich bin heute 10.000, 7.500 Schritte oder so gelaufen.“ Problematischer werde es, wenn Daten über Herzfunktionen ungenau seien und entweder unnötigen Alarm schürten oder tatsächlich gefährliche Werte nicht erkennen ließen.

„Menschen verlassen sich seit langer Zeit auf Zahlen und sind geradezu obsessiv, was die Numerik, die Metrik angeht“, sagt Selke. Sie gäben die Illusion von Kontrolle. „Viele Menschen sind frustriert, dass das große Ganze, die Welt nicht mehr beherrschbar ist – planetar, global, national, politisch. Da erscheint der eigene Körper, die eigene Lebensführung als etwas, was vermeintlich beeinflussbar ist. Was man ändern kann. Worauf ich einwirken kann, was sich optimieren lässt. Die Messungen suggerieren, dass es reicht, einem Zahlenpfad zu folgen.“

Wie es besser gehen könnte

Wie können wir unserem Drang nach Selbstvermessung also begegnen? Selke ruft zu mehr Aufklärung auf, damit Nutzer besser einschätzen können, worauf sie sich einlassen. Die Autoren des Beitrags im „British Medical Journal“ rufen zudem App-Anbieter dazu auf, Daten von Nutzern besser zu schützen und mehr Transparenz darüber zu liefern, wie ihre Daten genutzt werden. Zudem sollten Ärztinnen und Ärzte Patienten nur dann Apps empfehlen, wenn diese stringente Standards einhalten.

(ID:50997037)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung