Digitale Biomarker
Der Algorithmus als Frühwarnsystem

Von Johannes Kapfer 5 min Lesedauer

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Roche Diagnostics präsentierte auf der DMEA 2026 in Berlin eine Plattform, die aus herkömmlichen Blutwerten algorithmisch neue Diagnosen berechnet. Im Zentrum stehen Leberkrebs-Früherkennung und Fibrose-Diagnostik. Die Technologie kostet rund zehn Euro pro Analyse – doch die Vergütung durch Krankenkassen scheitert an einer Regelung aus den 1980er-Jahren.

KI-gestützte Algorithmen halten vermehrt Einzug in medizinische Labore.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
KI-gestützte Algorithmen halten vermehrt Einzug in medizinische Labore.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Digitale Biomarker – der Begriff klingt nach Wearables und Smartphone-Apps. Julian Müller, Digital Innovation Health Expert bei Roche Diagnostics, versteht darunter etwas anderes. „Wir haben heute im Labor Biomarker, also Blutwerte. Und auf diesen Blutwerten setzen wir mit Algorithmen auf, um aus Daten, die schon vorhanden sind, weitere Erkenntnisse zu generieren“, erklärt Müller im Gespräch auf der DMEA 2026 in Berlin.

Konkret geht es um die navify Algorithm Suite, eine cloudbasierte Plattform mit CE-IVD-zertifizierten Algorithmen, die sich in bestehende Laborinformationssysteme integriert. Standardmäßig erhobene Blutwerte werden mit wenigen zusätzlichen Parametern wie Alter, Geschlecht oder Diabetesstatus kombiniert. Ein Algorithmus berechnet daraus einen Score und liefert eine diagnostische Einschätzung, die über die Aussagekraft der Einzelwerte deutlich hinausgeht.

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